Manz AG erhält Großauftrag von US-Firma

02.09.2015

Die Manz AG hat nach eigenen Angaben einen Großauftrag von einem nicht näher genannten US-amerikanischen Neukunden für die Lieferung einer Produktionslinie zur Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien im Volumen von rund 12 Mio. € erhalten. Daneben sei die Option auf die Installation weiterer Produktionslinien in den USA und China vereinbart worden. Im Geschäftsbereich Energy Storage bietet das Reutlinger Hightech-Maschinenbauunternehmen seinen Kunden aus der Consumer Electronics Branche, der Elektromobilität und stationären Energiespeicherung Produktionsanlagen zur Herstellung aller aktuellen Lithium-Ionen-Zellkonzepte – von der gewickelten Knopfzelle bis hin zur gestapelten Pouchzelle. Der neue Auftrag über eine Produktionslinie für gestapelte Pouch-Zellen spiegele die zunehmenden Kundenaktivitäten im Bereich E-Mobilität wider. Die Aufträge sollen zum Teil noch im aktuellen Geschäftsjahr umsatz- und ertragswirksam werden.

Dieter Manz, Vorstandsvorsitzender und Gründer der Manz AG, setzt große Hoffnungen auf den Geschäftszweig E-Mobilität. „Weltweit verstärken Unternehmen ihr Engagement in der Elektromobilität und investieren zunehmend in die Produktionstechnologie zur Herstellung leistungsfähiger Batterien. Angesichts der zunehmenden Dynamik sehen wir sehr gute Chancen, weitere Aufträge aus dieser Branche zu erhalten. Das wird unserem Geschäftsbereich Energy Storage zusätzliche Wachstumsimpulse liefern und unsere Entwicklung nachhaltig stärken“, so Manz.

Die Nachricht über den Auftrag aus den USA führte zu einem kleinen Kurssprung der Aktie der Manz AG. Viele Beobachter haben in den vergangenen Monaten die Manz AG und Tesla in Verbindung gebracht. Bereits im März hatte ein Auftrag über eine vergleichsweise geringe, sechsstellige Summe aus den USA für einen Höhenflug der Aktie des Reutlinger Unternehmens gesorgt. Schon damals hatten Beobachter Tesla hinter dem Auftrag vermutet.

Tesla baut derzeit eine riesige, 5 Milliarden Dollar teure Batteriefabrik im US-amerikanischen Bundesstaat Nevada. Im Jahr 2020 sollen in der von Tesla-Chef Elon Musk „Gigafactory“ getauften Fabrik eine halbe Million Batteriepakete pro Jahr produziert werden können. Die Manz AG hat in den USA einen guten Namen: Anfang des Jahres lobte Apple das technische Equipment der Schwaben. Inzwischen gehört der deutsche Maschinenbauer sogar zu den wenigen, offiziell bekannten Zulieferern von Apple. Sollte die Manz AG Zulieferer von Tesla sein oder werden, dürfte dies das globale Renommee des deutschen Maschinenbauers noch weiter verbessern.

Dass die Kurse an der Börse bei weniger positiven Nachrichten ganz schnell auch in die andere Richtung drehen, erlebte die Manz AG Anfang August. In seinem Finanzbericht zum ersten Halbjahr 2015 musste das Unternehmen einen Umsatzrückgang um 25 Prozent auf 121,9 Millionen Euro vermelden. Daraufhin fiel der Kurs der Aktie innerhalb weniger Tage von über 70 € auf 52,10 €. Mittlerweile liegt das Papier wieder jenseits der 60-Euro-Marke.

Bodo Höche

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