Kreis Nordfriesland baut Netz von Stromtankstellen aus

Wie viele Tankstellen für Elektroautos gibt es in Nordfriesland? Die Karte von klimakreis.org hilft weiter. (Screenshot der Seite http://klimakreis.org/stromtankstellen-in-nordfriesland/)
Wie viele Tankstellen für Elektroautos gibt es in Nordfriesland? Die Karte von klimakreis.org hilft weiter. (Screenshot der Seite http://klimakreis.org/stromtankstellen-in-nordfriesland/)
08.09.2016

Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) hat den schleswig-holsteinischen Kreis Nordfriesland als Energie-Kommune des Monats ausgezeichnet, da diese besonders vorbildlich den Einsatz elektrisch betriebener Fahrzeuge fördert.

Die Kreisverwaltung des schleswig-holsteinischen Kreises Nordfriesland setzt seit 2010 vermehrt auf den Ausbau von Stromtankstellen. Mittlerweile gibt es insgesamt 70 öffentliche Stromtankstellen und mehr als 200 Elektrofahrzeuge im Kreis. Das sind vier Mal so viele wie durchschnittlich in der Bundesrepublik unterwegs sind.

„Viele potentielle Nutzer von Elektrofahrzeugen sorgen sich um die geringe Reichweite. Deshalb schaffen wir mit einem dichten Netz von einfach zugänglichen Stromtankstellen Abhilfe“, erläutert Kreis-Klimaschutzmanagerin Marei Locher.

Nordfriesland hat sich das Ziel gesetzt bis 2020 der klimafreundlichste Kreis Deutschlands zu werden. Daher wird auch der Ausbau erneuerbarer Energien vor Ort gefördert. Im Jahr 2016 wurde in der Region bereits mehr als fünf Mal so viel Strom aus Quellen wie Windkraft, Biomasse und Solarenergie erzeugt, wie dort verbraucht wurde.

„Der Kreis Nordfriesland zeigt vorbildlich, wie Kommunen Konzepte entwickeln können, um den in Erneuerbare-Energien-Anlagen erzeugten Strom im Verkehr zu nutzen“, unterstreicht Nils Boenigk, stellvertretender Geschäftsführer der AEE.

Da die Küstenregionen den Klimawandel als erste zu spüren bekommen, setze man sich in Nordfriesland in besonderem Maße für den Klimaschutz ein, betont Landrat Dieter Harrsen. „Bei der Einsparung von Klimagasen konzentrieren wir uns derzeit auf die Bereiche mit den größten, bisher noch nicht gehobenen Potenzialen: Gebäudeheizung und Verkehr“, erklärt Harrsen. Mit Elektrofahrzeugen schafft man Nachhaltigkeit in gleich zwei Sektoren, Strom und Verkehr. Um den Nordfriesen den Umstieg auf die Elektrofahrzeuge zu erleichtern, unterstützt der Kreis alle Akteure beim Ausbau der Lade-Infrastruktur.

Für die Zukunft sind auch Schnellladesäulen geplant, an denen ein Fahrzeugakku innerhalb von 20 Minuten genug Energie für die nächsten 100 bis 150 km tanken kann. Daher kooperiert der Kreis mit den südlichen Nachbarkreisen Dithmarschen, Steinburg und Pinneberg und der Projektgesellschaft Norderelbe, um ein Netz solcher Ladesäulen entlang der gesamten Westküste von Dänemark bis Hamburg zu installieren.

Tanja Peschel / AEE