Weltweit größter Second-Use-Batteriespeicher geht ans Netz

Viele kleine Batteriespeicher werden nach ihrem ersten Lebensabschnitt als Autobatterie zu einem großen Stromspeicher für Regelenergie. (Foto: Daimler AG)
Viele kleine Batteriespeicher werden nach ihrem ersten Lebensabschnitt als Autobatterie zu einem großen Stromspeicher für Regelenergie. (Foto: Daimler AG)
13.09.2016

Ein Batteriespeicher mit insgesamt 13 MWh Kapazität steht nun im westfälischen Lünen. Das System besteht aus 1.000 Batterien, die zuvor in Elektrofahrzeugen installiert waren.

Die Bauzeit des neuen Second-Use-Speichers, dessen Komponenten Batteriesysteme aus smart fortwo electric drive Fahrzeugen sind, betrug etwa ein Jahr. Nun sind bereits die ersten Systemstränge ans Netz angeschlossen und noch in diesem Jahr soll das Batteriesystem vollständig ans Netz angeschlossen werden. Nach Zuschlag in den wöchentlichen Auktionen der Netzbetreiber für Primärregelleistung erfolgt der Abruf, Speicherung wie Einspeisung der Leistungen voll automatisch.

Den Lebenszyklus von Batterien verlängern

Hintergrund einer solchen Zweitverwertung von Batterien ist, dass diese auch nach der vom Hersteller für den Einsatz im Elektrofahrzeug garantierten Betriebszeit auch trotz geringen Kapazitätsverlusten im stationären Betrieb noch voll einsatzfähig sind. Ein wirtschaftlicher Betrieb im stationären Bereich soll für mindestens zehn weitere Jahre möglich sein. Zusätzlich verdoppelt diese Weiterverwendung der Module aus Elektroautos deren wirtschaftlichen Nutzen und steigert nachweislich deren Umweltbilanz.

Für das Projekt in Lünen war ist ein Joint-Venture aus vier Partner-Unternehmen verantwortlich. Das Projekt deckt dabei die gesamte Batterie-Wertschöpfungs- und Verwertungskette ab. Herstellung und Aufbereitung der Batteriesysteme liegen bei der Daimler-Tochter Accumotive, die Daimler AG bietet die Elektro- und Plug-in Hybrid-Fahrzeuge an und die Installation und Vermarktung des stationären Batteriespeichers an den Energiemärkten erfolgt durch The Mobility House und Getec. am Ende ihres Lebenszyklus müssen die Batteriesysteme recycelt und als Rohstoffe in den Produktionskreislauf rückgeführt werden, wofür in Zukunft das Recycling-Unternehmen Remondis zuständig sein wird.

Tanja Peschel / Daimler AG