Basaltgestricke für Häfen, Fischfarmen & Offshore-Anwendungen

Gestrick aus Basalt: antibakterielle Eigenschaften bremsen unter der Wasserlinie den Anhaftungsprozess (Quelle: Peterseim Strickwaren)
Gestrick aus Basalt: antibakterielle Eigenschaften bremsen unter der Wasserlinie den Anhaftungsprozess (Quelle: Peterseim Strickwaren)
09.10.2020

Rund 400 km von der Küstenlinie entfernt, greift eine Modestrickerei aus Thüringen mit einem Basaltgestrick entschleunigend in den Naturkreislauf unter Wasser ein. Von der Oberflächen-Schutzwirkung des Naturmaterials könnte u. a. die Seeverkehrs- und Hafenwirtschaft profitieren, ist das in Weimar ansässige Netzwerk SmartTex überzeugt.

Demnach stellt das Textilunternehmen Peterseim Strickwaren Manschetten aus »Steingarn« her. Sie haben das Potenzial, in erheblichen Maße Wartungskosten an maritimen Anlagen unter der Wasserlinie einzusparen. An stählernen Fundamentstützen für Schiffsanleger oder Offshore-Windräder angebracht, verlangsamen die weltersten Basalt-Binden beispielsweise über sensiblen Schweißstellen den Aufwuchs mit Algen, Muscheln und Pflanzen – der Fachmann spricht von »Fouling«.

Enorme Kostenersparnisse als Ziel

Dass die Thüringer Strick-Innovation derzeit in Dubai und Skandinavien und nicht von deutschen Nord- oder Ostsee-Anrainern getestet wird, mag Zufall sein. Peterseim-Geschäftsführer André Niemann würde den Antifouling-Nachweis für sein SEAL-Gestrick gern auch mit Wartungsspezialisten im Hamburger Hafen oder des Nord-Ostsee-Kanals erbringen. Obwohl der organische Aufwuchs an maritimen Bauten dort im Vergleich zum Roten Meer mit einer 3 bis 4cm dicken Anhaftung in nur wenigen Monaten eher moderat ausfallen würde, könnten die »Bauchbinden« aus Mühlhausen auch hier von Vorteil sein. »Die Ersparnisse durch verlängerte Reinigungsintervalle an maritimen Anlegern, Brücken und Windrädern sind enorm und lassen sich nach ersten Erkenntnissen unserer Anwendungspartner auf bis zu 40% beziffern«, sagte der Strickei-Profi.