»Energierahmenstudie Mannheim«: Mannheims Weg zur Klimaneutralität

Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, wissenschaftlicher Geschäftsführer, und Dr.-Ing. Karin Arnold (o.), Co-Leiterin des Forschungsbereichs Systeme und Infrastrukturen, vom Wuppertal Institut sowie Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz und der MVV-Vorstandsvorsitzende Dr. Georg Müller (u. v. l.) bei der Vorstellung der Studie	Bild: WoBö
Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, wissenschaftlicher Geschäftsführer, und Dr.-Ing. Karin Arnold (o.), Co-Leiterin des Forschungsbereichs Systeme und Infrastrukturen, vom Wuppertal Institut sowie Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz und der MVV-Vorstandsvorsitzende Dr. Georg Müller (u. v. l.) bei der Vorstellung der Studie Bild: WoBö
24.03.2021

Die Stadt Mannheim kann spätestens bis zum Jahr 2050 vollständig klimaneutral werden und damit einen maß-geblichen Beitrag zur Umsetzung der Ziele des Pariser Klimaabkommens auf kommunaler Ebene leisten. Das ist das zentrale Ergebnis der »Energierahmenstudie Mannheim – Wege zur Klimaneutralität«, die das Energieunternehmen MVV in Abstimmung mit der Stadt beim Wuppertal Institut in Auftrag gegeben hat. Die Studie untersucht und beschreibt die Handlungsmöglichkeiten und Umsetzungsvoraussetzungen in den Bereichen Strom, Wärme, Verkehr und Industrie.

Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts, fasste die Ergebnisse der Studie zusammen: »Die ›Energierahmenstudie Mannheim‹ zeigt anschaulich, wie auch eine industriell geprägte Stadt wie Mannheim klimaneutral werden kann. Damit schafft sie eine wissenschaftliche Grundlage für die Umsetzung konkreter Klimaschutzmaßnahmen in der Stadt Mannheim und den dafür notwendigen breiten gesellschaftlichen Dialog.«

Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien und der damit einhergehenden Dekarbonisierung der Strom- und Wärmeversorgung leiste MVV einen unverzichtbaren Beitrag zum Umbau des Energiesystems, betonte der MVV-Vorstandsvorsitzende Dr. Georg Müller. Man könne dabei jedoch nicht auf einen Masterplan für die kommenden Jahrzehnte warten, sondern müsse schon heute Ent-scheidungen zur Energieinfrastruktur der Zukunft und der Nutzung innovativer Technologien treffen.

Handlungsmöglichkeiten und Umsetzungsvoraussetzungen

Das Klimaschutzszenario der Studie arbeitet heraus, dass die Stadt langfristig mehr als doppelt so viel grünen Strom erzeugen kann als von Privathaushalten und Gewerbe benötigt wird. Die wichtigste Rolle spielt dabei die Nutzung von Sonnenenergie. Daher plädieren die Autorinnen und Autoren der Studie für eine Photovoltaik-Offensive Mannheims. Die grünen Stromerzeugungspotenziale reichen jedoch insgesamt nicht aus, um auch die gesamte industrielle Stromnachfrage vor Ort zu decken. Wie die meisten deutschen Großstädte werde daher auch Mannheim zukünftig auf überregionale Energiebezüge angewiesen sein. Somit sei das Gelingen der bundesweiten Energiewende eine wesentliche Voraussetzung für die Klimaneutralität Mannheims.

Die Fernwärmenachfrage könne hingegen vollständig mit lokalen grünen Energien gedeckt werden. Neben der grünen Erzeugung von Strom und Wärme trage die Verkehrswende maßgeblich zum Erreichen der Klimaneutralität bei. Der Wechsel von Verbrennern zu Elektroautos ist dabei der wichtigste, aber nicht der einzige Hebel zur Emissionsreduzierung. Um die Stadt lärm- und abgasfrei zu machen, empfiehlt die Studie zudem eine begleitende Umsetzung der Verkehrswende durch die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs sowie des Radverkehrs.