Geothermiekongress in Essen

02.12.2016

In Essen ging gestern der Geothermiekongress 2016 zu Ende. Drei Tage lang traffen sich internationale Experten und tauschten sich aus. Bei der Eröffnungsveranstaltung erhielt Prof. Dr. Manfred Hochstein mit der Patricius Medaille die höchste Auszeichnung des Bundesverband Geothermie.

Vom 29.November bis 1.Dezember lud der Bundesverband Geothermie (BVG) zum Geothermiekongress DGK 2016. An einem Workshoptag und zwei Kongresstagen wurde Wissenschaftlern, Kommunalvertretern und Unternehmern ein umfangreiches Programm geboten. Auch immer mehr internationale Fachleute suchten den Austausch mit deutschen Kollegen und nahmen an der durchgehenden Reihe von englischsprachigen Vorträgen teil. „Es freut mich sehr, dass unser Angebot so gut angenommen wird. Jeder sechste Referent kommt dieses Jahr aus dem Ausland“, sagte der Präsident des BVG, Dr. Erwin Knapek. „Der Blick über den Tellerrand ist wichtig. Die Geothermie ist eine Technologie, die weltweit einsatzfähig ist. Um das Klima und die Umwelt zu schützen, wollen wir daher mit internationalen Fachleuten eng zusammenarbeiten.“

NRW-Umweltminister Johannes Remmel sieht in der Geothermie eine ideale Gelegenheit den Strukturwandel im Ruhrgebiet produktiv zu nutzen. Im Rahmen der Eröffnung der Veranstaltung rückte er vor allem das Potenzial von ehemaligen Bergwerken in den Fokus: „Durch oberflächennahe Geothermieanlagen kann ihre Wärme sinnvoll genutzt werden. Insgesamt könnte in Nordrhein-Westfalen rund die Hälfte der benötigten Wärme aus Erdwärme bereitgestellt werden.“

Im Rahmen der Eröffnungsfeier wurde Prof. Dr. Manfred Hochstein für seine wissenschaftliche Arbeit im Bereich der Exploration und der Erschließung geothermischer Reservoirs mit der Patricius Medaille geehrt. Professor Hochstein seien wegweisende Erschließungskonzepte auf allen Kontinenten zu verdanken, sagte Laudator Prof. Dr. Ernst Huenges vom deutschen GeoForschungsZentrum Potsdam.

Den Innovationspreis erhielt Dr. Sebastian Homuth und sein Team vom Bauunternehmen Züblin. Sie wurden für die Weiterentwicklung der Imlochhammerbohrtechnik für mitteltiefe Geothermie geehrt. Mit einem neu entwickelten Spülungsaufbereitungssystem ermöglicht sie Bohrarbeiten auch auf besonders engem Raum.

Philipp Kronsbein / Bundesverband Geothermie