ISE-Studie: Stromgestehungskosten erneuerbarer Energien sinken deutlich

In ihrer aktualisierten Studie „Stromgestehungskosten von erneuerbaren Energien“ kommt das Fraunhofer ISE zu dem Ergebnis, dass die Stromgestehungsanlagen für PV- und Windenergieanlagen niedriger sind als oftmals angenommen und aufgrund des starken Marktwachstums erheblich gesenkt werden konnten. Eicke R. Weber, Leiter des Fraunhofer ISE sagt: „Im Gegensatz zu den steigenden Energiepreisen bei fossilen und nuklearen Stromquellen sinken die Stromgestehungskosten aller erneuerbaren Energien seit Jahrzehnten kontinuierlich.“ Die Studie hat die Kosten für die Stromerzeugung in PV-Anlagen, in solarthermischen Kraftwerken und Windenergieanlagen analysiert und verglichen. Für Photovoltaik-Kleinanlagen liegen die Stromgestehungskosten bei einer typischen Einstrahlung in Süddeutschland von 1.300 kWh/m²/Jahr bei 14 bis 20 Ct/kWh und für Freiflächenanlagen bei 13 bis 14 Ct/kWh. Damit unterschreiten sie den Endkundenstrompreis. Das heißt, dass sich auch Anlagen in Deutschland rechnen und nicht nur Standorte mit hoher Sonneneinstrahlung, so die Berechnungen des Fraunhofer Instituts. Ähnlich verhält es sich bei der Windenergie. Die Wettbewerbsfähigkeit sei mit Stromgestehungskosten von 6 bis 8 Ct/kWh bei Onshore-Anlagen erreicht erreicht, so Weber. Anders sieht es auf aufgrund der teuren Installation und Betriebsführung bei Offshore-Anlagen aus, hier ermittelte die Studie 12 bis 16 Ct/kWh. Am teuersten sind die solarthermischen Kraftwerke mit Stromgestehungskosten von 18 bis 24 Ct/kWh bei einer Dirketeinstrahlung von 2.000 kWh/m².Aus den erhobenen Daten leitet das Fraunhofer Institut auch eine Prognose bis 2030 ab. Unter der Voraussetzung von zukünftig gleichbleibenden Lernraten bei PV-Systemen und PV-Modulen geht das Fraunhofer ISE davon aus, dass die Stromgestehungskosten von zukünftigen PV-Anlagen im Vergleich zu CSP-Kraftwerken und Windenergieanlagen überproportional sinken werden. Bereits 2022 können PV-Freiflächenanlagen damit in Deutschland ähnliche Kostenniveaus wie konventionelle, fossile Kraftwerke erreichen, da diese nach Angaben der BMU-Leitstudie 2011 (BMU, 2012) in diesem Zeitraum auf durchschnittlich 8 Ct/kWh ansteigen werden.

Die vorliegende aktualisierte Studie geht detaillierter als die Vorgängerversion von 2010 auf die Finanzierungskosten als Bestandteil der Stromgestehungskosten ein, da diese einen erheblichen Einfluss haben. Sie sind bei diesen Berechnungen technologiespezifisch und länderabhängig angesetzt. Ausschlaggebend für die Kosten sind außerdem die spezifischen Anschaffungsinvestitionen, das Strahlungs- und Windangebot und die Betriebskosten.