Klimaerwärmung um 6 Grad wahrscheinlich

Die Welt sollte sich auf hohe Temperaturen einstellen (Foto: dpa)
Die Welt sollte sich auf hohe Temperaturen einstellen (Foto: dpa)

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, das Zwei-grad-Ziel ist noch zu erreichen. Wahrscheinlich ist das aber leider kaum mehr, wie eine Studie der PricewaterhouseCoopers AG (PwC)aus Frankfurt zeigt. PwC untersucht jährlich wie sich die CO2-Emissionen der G20-Staaten im Vergleich zu ihrem Wirtschaftswachstum entwickeln. Dabei kommen die Autoren der Studie zu dem Ergebnis, das sich die CO2-Emissionen in den G20-Ländern zwischen 2010 und 2011 im Schnitt um 3 % erhöht hatten, während die Wirtschaft um 3,7 % stieg. Das ist zwar ein kleiner Fortschritt gegenüber der Studie vom Vorjahr, damals stiegen die Emissionen noch schneller als die Wirtschaft, aber eben bei Weitem zu wenig.

Nach der derzeitigen Entwicklung ist laut ewc davon auszugehen, dass sich im Laufe des Jahrhunderts das Erdklima um 6°C erhöhen wird. Um das 2-grad-Ziel zu halten, müssten die CO2-Emissionen, aber um 5,1 % pro Prozent Wirtschaftswachstum im Jahr sinken – ein Wert, der in den letzten 50 Jahren noch nie erreicht wurde.

Die Entwicklung ist dabei in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich. So steht Deutschland im Jahr 2011 im internationalen Vergleich sehr gut da, sanken die Emissionen hier doch absolut um 3,6 %. Die CO2-Intensität ging sogar um 6,4 Prozent zurück. Allerdings müsste Deutschland ein solch hohes Niveau auch bis zum Jahr 2050 aufrechterhalten. Da der Winter 2011 aber sehr mild war, kann man dieses Ergebnis nicht einfach für die Zukunft voraussetzen. Gesunken sind die Emissionen auch in sämtlichen anderen G7-Ländern, während sie aber bei den Schwellenländern derzeit kräftig ansteigen. Am wichtigsten dürfte man hier wohl China bezeichnen, wo die Emissionen im Jahr 2011 um 9,4 % stiegen.

Solange man bei der Klimapolitik von einem Business as Usual ausgehen müsse, raten die Autoren dazu, dass sich Unternehmen und die öffentliche Hand stärker auf den Klimawandeln einstellen müssten. „Bei langfristigen Investments zum Beispiel in die Infrastruktur müssen gerade in Küstennähe oder niedrig gelegenen Regionen pessimistischere Klimaszenarien bei der Planung eine größere Rolle spielen“ erklärt PwC dazu.

Jan Gesthuizen