Offshore auf der WindEnergy Hamburg: eine innovative Branche für die Zukunft

Die WindEnergy Hamburg findet vom 27. bis 30. September statt	Quelle: Hamburg Messe und Congress/Michael Zapf
Die WindEnergy Hamburg findet vom 27. bis 30. September statt Quelle: Hamburg Messe und Congress/Michael Zapf
19.09.2022

Dem Global Offshore Wind Report 2022 des Global Wind Energy Councils (GWEC) zufolge gingen im Jahr 2021 Windenergieanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 21,1 GW ans Netz. Das ist ein Branchenrekord und das dreifache der Vergleichszahl von 2020. Damit verfügte die Welt zu Jahresende über eine Offshore-Kapazität von 56 GW. Das sind 7 % der installierten Windenergie-Gesamtkapazität.

»Diese Entwicklung möchten wir auch auf der WindEnergy Hamburg abbilden und weiter unterstützen. Wir erwarten mehr als 1 350 Aussteller aus aller Welt, von denen etwa 45 % Produkte oder Services für Windparks auf dem Meer im Angebot haben. Das Spektrum umfasst die gesamte Wertschöpfungskette und reicht von der Planung/Projektierung und Finanzierung/Versicherung über die Produktion, den Anlagentransport und die Errichtung mit Spezialschiffen, die Netzanbindung bis hin zum Betrieb und Wartung von Offshore-Windparks«, sagt Andreas Arnheim, Projektleiter der WindEnergy Hamburg.

GWEC rechnet mit einem Zubau an neuer Offshore-Kapazität von über 315 GW bis 2031, sodass dann weltweit eine installierte Kapazität von 370 GW zur Verfügung stehen wird. Bereits 2026 sollen 29 % dieses Zubau-Volumens in Betrieb sein. Im Bereich der schwimmenden Windenergieanlagen gehen die derzeitigen Prognosen von einem Gesamtbestand von 18,9 GW bis 2030 aus, wovon sich 11 GW in europäischen Gewässern, 5,5 GW in Asien und der Rest in Nordamerika befinden werden.

Unter Umständen muss die GWEC-Prognose für die kommenden zehn Jahre bald erheblich nach oben korrigiert werden, denn infolge der russischen Invasion in die Ukraine sind in Europa und auch anderswo umfassende Maßnahmen zur Umstrukturierung der Energieversorgung in Vorbereitung. Die EU strebt eine vollständige Unabhängigkeit von russischen Erdöl- und Erdgas­importen an. Die noch fehlende Infrastruktur soll in erheblichem Umfang durch den beschleunigten Ausbau neuer Offshore-Windfarmen geschaffen werden. Wind würde dann einen erheblich höheren Anteil an sauberer Energie erzeugen, die teils als Strom, teils als Wasserstoff nach dem Power-to-X-Verfahren bereitgestellt würde. Wasserstoff kann in weiteren Umwandlungsprozessen zu schiffstauglichen Kraftstoffen wie E-Ammoniak und E-Methanol synthetisiert werden.

Um diese Herausforderungen schnell und entschlossen zu bewältigen, müssen Regierungen und die Industrie massive Anstrengungen unternehmen. Daraus ergeben sich für die kommenden Jahre zahlreiche Möglichkeiten für unterschiedliche Aussteller, auf der WindEnergy Hamburg, die vom 27. bis 30. September stattfindet, geeignete Produkte und Dienstleistungen zu zeigen.

Lieferanten von ­Windturbinen

Windturbinen sind das zentrale Segment des Windmarkts. Führende Anbieter sind auf der WindEnergy Hamburg vertreten. Sie alle werden ihre neuesten »Flaggschiffe« im Bereich von 13 MW bis 16 MW und darüber vorstellen und den Messebesuchern erklären, warum sie mittelschnell laufendende Anlagen mit Getriebe oder Windturbinen mit Direktantrieb bevorzugen. Darüber hinaus wird es Angebote für die Anbindung an Power-to-X-Systeme und Informationen über weitere Anlagenmerkmale sowie die jeweiligen Zukunftspläne geben. Auch werden Trends bei Antriebs­strängen und Rotorblättern von verschiedenen Ausstellern gezeigt.

Hubschiffe und Schiffsmaschinen für E-Kraftstoffe

Angesichts dieser Entwicklung bestellen führende internationale Offshore-Installationsunternehmen bereits Installa­tionsschiffe für die nächste Windturbinengeneration mit Größen von 20 MW und darüber. Diese Schiffe werden leistungsstarke Krane für die entsprechenden Gründungen, Gondeln und Rotordurchmesser haben. So bestellte das niederländische Unternehmen Van Oord, einer der Marktführer im Offshorebereich, Ende 2021 ein Jack-up-Schiff, mit dem sich Windturbinen bis 20 MW installieren lassen. Neu sind dabei die für E-Me­thanol geeigneten Maschinen, weshalb Van Oord künftig mit einem sehr kleinen CO2-Fußabdruck arbeiten kann. Das Schiff soll 2024 in Betrieb gehen. Das Unternehmen bietet mit seiner Flotte von Spezialschiffen und -ausrüstung auch ergänzende Offshore-Dienstleistungen wie Baugrund-Ertüchtigung, Kabelverlegung und Kolkschutz sowie den Bau von Monopile- und Jacket-Fundamenten an.

www.windenergyhamburg.com