Tüv Nord zertifiziert zwei Windparks in deutscher Nordsee

Ørsteds Offshore-Windpark Borkum Riffgrund 2 ging 2019 vollständig in Betrieb	Quelle: Ørsted
Ørsteds Offshore-Windpark Borkum Riffgrund 2 ging 2019 vollständig in Betrieb Quelle: Ørsted
31.05.2021

Ørsted plant die Errichtung von zwei weiteren Offshore-Projekten in der Nordsee: Gode Wind 3 und Borkum Riffgrund 3. Letzteres wird nach Fertigstellung 2024/25 der größte Windpark in deutschen Gewässern sein. Tüv Nord trägt mit der Zertifizierung der Umspannstation und Seekabel dazu bei, dass der von beiden Projekten produzierte Strom sicher ins deutsche Netz eingespeist werden kann.

Mit 83 Turbinen und einer Gesamtleitung von 900 MW wird Borkum Riffgrund 3 der größte Windpark in deutschen Gewässern sein. Für Gode Wind 3 plant Ørsted mit 23 Turbinen, die zusammen eine Leistung von mehr als 242 Megawatt erbringen. Die finale Investitionsentscheidung ist noch ausstehend. Um die Erfüllung rechtlicher und sicherheitstechnischer Aspekte im Sinn der Seeanlagenverordnung nachweisen zu können, hat der dänische Betreiber Ørsted Tüv Nord mit der Zertifizierung der Umspannstation und der Seekabel beauftragt. »Die Nordsee als einzigartig unruhiges Gewässer stellt den Bau und Betrieb von Windenergieanlagen vor besondere Herausforderungen. Wir freuen uns, gemeinsam mit Ørsted für höchste Sicherheit in beiden Windparks zu sorgen und damit das Windenergie-Potenzial der Nordsee weiter zu heben«, so Silvio Konrad, Geschäftsführer von Tüv Nord EnSys und verantwortlich für das strategische Segment Energie.

Zertifizierung nach BSH-Standard

Für die Zertifizierung legen die Windenergieexperten von Tüv Nord den Standard nach Vorgaben des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) zugrunde. Dieser definiert Mindestanforderungen an die konstruktive Ausführung von Offshore-Bauwerken in der sog. ausschließlichen Wirtschaftszone. Zu diesen Bauwerken zählen beispielsweise Windenergieanlagen, aber auch die dazugehörigen Seekabel und Umspannstationen. Für Gode Wind 3 plant Ørsted mit einer eigenen Umspannstation (OSS). Für Borkum Riffgrund 3 entfällt die OSS und die Windenergieanlagen werden direkt an die Konverterstation von Tennet angeschlossen. Insgesamt werden etwa 150 km Seekabel verlegt.

Für die Zertifizierung führt das Windenergieteam von Tüv Nord zunächst eine Designprüfung durch. Es folgt die Fertigungsüberwachung, bei der die Produktionsstätten beim Hersteller und ggf. bei Zulieferern unter die Lupe genommen werden. Anschließend prüfen die Windenergiefachleute den Transport der baulichen Komponenten von Land zum Bestimmungsort auf See sowie deren Installation. Den letzten Bestandteil der Zertifizierung stellt die Inbetriebnahme dar. »Wir sind sehr stolz, mit diesem umfassenden Servicepaket und unserer technischen Expertise den Ausbau der Offshore-Windenergie – gerade auch ›vor unserer Haustür‹ – tatkräftig begleiten zu können«, so Alexander Ohff, Leiter des Segments Erneuerbare Energien bei Tüv Nord.