Windenergie-Rekord im Februar: 21 Mrd. kWh Strom

29.04.2020

Der Februar setzte einen neuen Rekord: Bis Monatsende sind voraussichtlich 20,9 Mrd. kWh Strom aus Windenergieanlagen erzeugt worden. Davon entfallen 17,9 Mrd. kWh auf Windenergieanlagen an Land, offshore steuert 3,0 Mrd. kWh bei. Das zeigen erste Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Die Stromerzeugung aus Windenergie-Anlagen übertrifft den bisherigen Rekord um gut ein Viertel: Im bislang stärksten Monat März 2019 produzierten Windenergieanlagen rd. 16,5 Mrd. kWh. Grund hierfür war das außerordentliche Windaufkommen im Februar mit den Sturmtiefs Sabine, ­Vic­toria und Yulia.

»Die Windenergieanlagen haben im Februar so viel Strom erzeugt wie zwei Kernkraftwerke im ganzen Jahr. Das ist sehr erfreulich und legt ­zusammen mit der Stromerzeugung aus Photovoltaik die Basis, damit der Einsatz konventioneller Energieträger kontinuierlich zurückgeht. Allerdings stehen die Rekordzahlen im scharfen Kontrast zur dramatischen Situation beim ­weiteren Ausbau sowohl von Windenergie- als auch Solar­anlagen: Werden die Hemmnisse und Deckel hier nicht zügig beseitigt, werden wir das 65-%-Ziel im Jahr 2030 ­krachend verfehlen«, so ­Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäfts­führung.

Damit der Strom aus erneuerbaren Energien vollumfänglich genutzt und die Klimaziele erreicht werden können, müsse zudem alles dafür getan werden, dass der dringend notwendige Ausbau der Nord-Süd-Leitungen vorankommt. »Wichtig sind auch adäquate Rahmenbedingungen für die Sektorenkopplung«, ergänzt Prof. Dr. Frithjof Staiß, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ZSW. »Eine Neugestaltung der Abgaben und Umlagensystematik im Stromsektor würde wichtige Impulse für die Sektorenkopplung geben und damit den Einsatz von erneuerbarem Strom im Verkehr, im Wärmesektor und in Industrieprozessen – gerade auch die Erzeugung von grünem Wasserstoff – voranbringen.«

bdew.de