PV-Pilotprojekt: Autarke Solartankstelle in Saarbrücken

Grau oder solar? Eine Pilotankstelle setzt auf 100 % PV. (Foto: dpa)
Grau oder solar? Eine Pilotankstelle setzt auf 100 % PV. (Foto: dpa)
03.09.2015

Solarstrom pur, kein Backup aus Kohle & Co.: Das ist die Idee hinter einer Pilot-Solartankstelle, die von der Universität des Saarlandes mit Partnern entwickelt wird. Die E-Tankstelle verbindet eine PV-Anlage mit einem elektrochemischen Speicher und soll zu 100 Prozent regenerativ und autark arbeiten.

Neben der Saar-Universität arbeiten die Technische Universität Kaiserslautern, die SCHMID Energy Systems GmbH aus Freudenstadt und die IZES gGmbH aus Saarbrücken an dem dreijährigen Verbundprojekt „OptiCharge“. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert es mit insgesamt 1,6 Mio. €.

Fläche eines Stellplatzes

In Burbach, einem Stadtteil Saarbrückens, wird die Testanlage entstehen. Sie entspricht in der Grundfläche einem Pkw-Stellplatz. „Die Testanlage wird in einem Container installiert, dessen Dach mit Solarzellen ausgestattet ist. Im Inneren befindet sich eine elektrochemische Batterie, die die Sonnenenergie zwischenspeichert und als Ladestation mit zwei Steckdosen für Elektrofahrzeuge fungiert“, berichtet Harald Natter vom Lehrstuhl für Physikalische Chemie. Natter ist Leiter der Arbeitsgruppe an der Saar-Uni.

Damit Fahrzeuge auch nach Sonnenuntergang laden können, speichert eine Vanadium-Redox-Batterie den Solarstrom. Bis zu 50 Zellen sollen werden dabei in einem so genannten Zellenstack hintereinander geschaltet. Die Anwendung der Technologie in einer Ladestation für Elektrofahrzeuge sei neu, betont Natter. Die Entwicklungsaufgaben sind auf die Kooperationspartner verteilt: Das Prototypensystem der Anlage kommt von der Schmid Group. Die TU Kaiserslautern entwickelt ein Lademanagement-System. Die Integration der Steuersoftware in die Testanlage wird von der Forschungsgruppe „Technische Innovationen“ der Firma IZES unterstützt, bei der die Koordination des Projekts liegt. Die Projektpartner wollen in Kürze den Aufbau der Pilotanlage auf dem Gelände der IZES gGmbH starten. Deren Steuerung wird ein Zentralrechner übernehmen, der die Daten über eine Mobilfunkleitung von der Ladestation empfängt.

Ralf Ossenbrink