Freiflächenanlagen: Riskante Wissenslücken

Rammpfähle sind das am häufigsten verwendete Gründungskonzept für Freiflächenanlagen und bei den meisten Böden einsetzbar. Trotzdem sollte man jeden Boden vorher auf seine Tauglichkeit für diese Gründung prüfen. <br>
Foto: Ina Röpcke
Rammpfähle sind das am häufigsten verwendete Gründungskonzept für Freiflächenanlagen und bei den meisten Böden einsetzbar. Trotzdem sollte man jeden Boden vorher auf seine Tauglichkeit für diese Gründung prüfen.
Foto: Ina Röpcke

550.000 Dünnschichtmodule auf einer Fläche von 220 Fußballfeldern, 100 Personen, die bis Ende 2009 mit dem Bau beschäftigt sein werden, eine Investitionssumme von 130 Mio €: Die Daten der 40-MWp-Freiflächenanlage »Waldpolenz«, die derzeit in Brandis und Bennewitz bei Leipzig errichtet wird (s. SW&W 3/2007), sprechen Bände . Da räumt sogar Matthias Willenbacher, Vorstand des Generalunternehmers, ein: »Der Bau der weltweit größten Anlage ist eine echte Herausforderung für ein mittelständisches Unternehmen wie die Juwi-Gruppe.« Die Montagesysteme für dieses und etliche andere Mammutprojekte stammen aus dem Hause der Solarmontagesysteme Schletter GmbH mit Sitz in Haag. Das Unternehmen hat sich in der Branche einen Namen gemacht. Mit dem Schletter-Freiflächenworkshop im März gab es viel von seiner Erfahrung an rund 70 Planer und Intallateure weiter.

Eine Herausforderung stellt aber nicht nur die weltgrößte Anlage dar, auch eine Freilandanlage mit durchschnittlicher Größe zeigt kleinen und mittleren Planungsbüros und Installationsbetrieben schnell ihre Grenzen auf. Lag die durchschnittliche Anlagenleistung 2005 noch bei 1,1 MWp, so ist sie im vergangenen Jahr auf über 2,4 MWp angestiegen. Gleichzeitig ist der Zubau an Freilandanlagen von 45 Anlagen im Jahr 2005 auf 19 Anlagen im Jahr 2006 gesunken. Die gesamte installierte Leistung sank von 54 MWp (2005) auf 46,4 MWp im Jahr 2006. Bei knapp der Hälfte der Anlagen liegt die Durchschnittsgröße noch unter 500 kWp. Dies hat das Monitoringprojekt des Bundesumweltministeriums (BMU) zur Auswirkung des novellierten Erneuerbare- Energien-Gesetzes (EEG) auf Freiflächenanlagen ergeben. Dieter Günnewig, Geschäftsführer des Ingenieurbüros Bosch und Partner, betreut das Projekt federführend. Er geht davon aus, dass 95% aller Anlagen oder »zumindest alle nennenswerten Anlagen« erfasst wurden. Bis Ende 2006 waren es 136 an der Zahl.