Neuer Engpass oder Hysterie?

Weltweit werden 45 bis 50 Mio. t Flachglas produziert. Glas für die Solarindustrie hat daran gegenwärtig nur einen geringen Anteil. Wie hoch er tatsächlich ist, darüber streiten sich allerdings die Experten. 
Foto: Schott AG
Weltweit werden 45 bis 50 Mio. t Flachglas produziert. Glas für die Solarindustrie hat daran gegenwärtig nur einen geringen Anteil. Wie hoch er tatsächlich ist, darüber streiten sich allerdings die Experten. Foto: Schott AG

Die Situation erinnert ein bisschen an 2001, als auf der 17. Europäischen Photovoltaikkonferenz – und nicht nur da –einzelne Redner ihre Stimme erhoben und vor einem zukünftigen Engpass bei der Versorgung der PV-Industrie mit Silizium warnten. Angesichts eines globalen Marktvolumens von damals gerade einmal 400 MW verhallten solche Appelle im weiten Rund der Münchener Tagungshalle. Die paar tausend Tonnen Reinsilizium könnten die Siliziumhersteller, die ungleich größere Mengen an die Halbleiterindustrie liefern, doch mit links schultern, war damals die allgemein vorherrschende Meinung. So erwischte es 2004 die Branche kalt: Der Engpass war da und in der Folge entwickelte sich der Mangel an Silizium zu einem handfesten Wachstumshemmnis.

Jetzt also Solarglas. Als Träger dünner Halbleiterschichten oder als Abdeckung der Module ist es gleichermaßen unverzichtbar. Es muss dabei hochwertige Eigenschaften aufweisen: hohe Lichtdurchlässigkeit, hohe Bruchstabilität und die Eignung, ausgezeichnete Vergütungsschichten, beispielsweise für die Antireflexion, aufzunehmen. Es versteht sich von selbst, dass es dabei auch noch möglichst dünn und preisgünstig sein soll (siehe Kastentext Seite 108). Bisher ist Solarglas weitgehend eine Domäne der großen Glashersteller dieser Welt, die auf ihren mehr als 1.000 m langen Floatglasanlagen in gewissen Abständen und begrenzten Losgrößen – unter Glasexperten heißt das „Kampagnen“ – speziell gehärtetes und eisenarmes Solarglas herstellen.

Das gehe nicht mehr lange gut, lautet nun die Ansage aus der Photovoltaikbranche.