PV-Systemlösung versorgt Karibikinsel tagsüber zu 100 %

PV und Speichersysteme versorgen die Insel am Tage stabil. (Foto: SMA)
PV und Speichersysteme versorgen die Insel am Tage stabil. (Foto: SMA)
14.12.2017

Auf der Karibikinsel St. Eustatius haben SMA und die Tochtergesellschaft SMA Sunbelt Energy GmbH ein PV-Diesel-Hybrid-System so erweitert, dass die Versorgung am Tage vollständig mit Solarstrom erfolgen kann. In der Insel-Systemlösung kommen die Sunny Central Storage 2200-Batterie-Wechselrichter zum Einsatz, deren netzbildende Eigenschaften es nach SMA-Angaben erstmals erlauben, die Dieselgeneratoren vollautomatisch abzuschalten.

Die Stabilität des Inselstromnetzes sei auch ohne fossiles Backup gesichert. Die Leistung des Solarparks verdoppelte sich auf 4,15 MW, die Kapazität des Batteriespeichers wuchs auf rund 5,9 MWh. Der Tagesbetrieb ohne Dieselaggregate ist nicht nur leiser und sauberer, sondern spart auch die Kosten für etwa 1,7 Mio. Liter Kraftstoff ein. „Das neue SMA System kombiniert Solarstrom und Batteriespeicher und bindet wenn nötig Dieselaggregate ein“, sagt Fabian Jochem, General Manager der SMA Sunbelt Energy GmbH. „Das System gleicht Leistungsschwankungen des Solargenerators, die insbesondere durch die schnellen Wolkenbewegungen in dieser Region ausgelöst werden, in Millisekunden aus. Überschüssige Energie wird in den Batterien zwischengespeichert und in den Abendstunden genutzt.“

Die Batterie-Wechselrichter werden erstmals zur Netzbildung eingesetzt, sie stabilisieren die Frequenz und halten Reserveleistung vor. So werde jederzeit eine zuverlässige Stromversorgung mit europäischer Netzqualität erreicht, berichtet SMA. Dank umfangreicher Funktionserweiterungen des SMA Fuel Save Controller inklusive Energie- und Leistungsmanagement in Echtzeit erfolge die Synchronisation zwischen Dieselbetrieb und Batteriebetrieb intelligent und vollautomatisch.

 „Mit der Systemlösung von SMA ist es nun möglich, die Dieselstromversorgung der Insel tagsüber komplett abzuschalten, ohne dass die Stromversorgung der rund 4.000 Bewohner beeinträchtigt wird“, erklärt Fred Cuvalay, CEO des Energieversorgers STUCO. „Auch wenn die Dieselgeneratoren nachts einmal ausfallen, versorgt das SMA System die Insel unterbrechungsfrei mit Strom. Durch den reduzierten Einsatz der Dieselgeneratoren sinken neben dem Kraftstoffverbrauch auch die Betriebsstunden. Dadurch haben wir deutlich geringere Wartungskosten, und der Umwelt werden jedes Jahr über 4.500 Tonnen CO2 erspart. Besonders begeistert sind wir von der hohen Netzqualität, die seit der Installation des Systems erheblich besser ist als vorher mit unserer Generatorflotte.“

St. Eustatius verfügt über feste Bande nach Europa, denn die Insel ist seit 2010 eine „Besonderen Gemeinde“ der Niederlande. Finanziert wurde das PV-Diesel-Hybrid-System wie auch dessen Erweiterung vom niederländischen Wirtschaftsministerium. Das möchte die Insel und den Energieversorger Statia Utility Company (STUCO) von Erdölimporten unabhängiger machen.

Ralf Ossenbrink / SMA