PV-Unternehmen wollen Preise senken

Neu ist: Die Hersteller beschränken sich nicht mehr darauf, die hohen Modulpreise mit den hohen Einkaufskosten für Silizium zu rechtfertigen, sondern kündigen ihrerseits drastische Preissenkungen an. Die Netzparität rückt in Sichtweite. So sagt Q-Cells-Geschäftsführer Anton Milner: »Kostensenkungen zwischen 30 und 50 % sind in den nächsten Jahren möglich.« Dabei erwartet er von der Steigerung des Wirkungsgrades eine Kostenreduktion von ca. 20 % (7 % pro Prozentpunkt Wirkungsgrad), bis zu 15 % von der Reduzierung der Zellenstärke und noch ein paar weitere Prozent von der Vergrößerung der Zellen, wie er gegenüber dem Europressedienst erklärte.

Auch der Zellenhersteller Ersol spricht von Netzparität. Auf Modulebene seien bis 2008 Kostensenkungen um 25 % und bis 2010 um 40 % gegenüber dem Stand von 2006 möglich. In Teilmärkten, wie den südlichen Staaten der USA, sei damit bereits 2008 die Netzparität zu erreichen. Solarworld-Vorstandssprecher Frank Asbeck schließt sich der Einschätzung an, dass Solarstrom bereits in wenigen Jahren zum gleichen Preis zu haben sein wird wie Strom aus dem Netz. Maschinenbauer M + W Zander nennt Einsparpotenziale von 25 % der Produktionskosten. Geschäftsführer Robert Gattereder prophezeit, dass 2009 die ersten Fabriken auf Siliziumbasis die 1-Gigawatt-Grenze überschreiten werden. Damit die Fabrikgröße auch auf die Kosten durchschlägt, bezieht der Maschinenbauer einen hohen Recyclinggrad mit ein, vor allem bei Reinstwasser und Chemikalien. Zudem rechnet er vermehrt mit dem Einsatz von Blockheizkraftwerken zur Erzeugung von Strom, Wärme und Kälte für die Herstellungsprozesse. Insgesamt könne man so die Kosten um 25 % und die CO2-Emissionen um 75 % senken.

Die Photon-Studie nennt bereits für 2006 tatsächliche Stromgestehungskosten von 24 Ct/kWh für Solarstrom von süddeutschen Hausdächern und fordert, die EEG-Degression auf 10 % pro Jahr zu senken. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) distanziert sich nachdrücklich von dieser Position. »Ohne Gewinne keine Investitionen, ohne Investitionen keine Forschung und damit keine Absenkung der Kosten«¸ argumentiert der Verband.