Großbritannien: Mehr Geld für erneuerbare Wärme

09.12.2013

Der britische Minister für Energie und Klimawandel Gregory Barker hat umfangreiche Änderungen bei der Förderung von erneuerbarer Wärme angekündigt. Großbritannien fördert den Einsatz vom Solarthermie-, Wärmepumpen oder Biomasse-Heizungen mit einem System, das in die deutsche Einspeisevergütung im Stromsektor erinnert.

Bei dem Renewable Heat Incentive (RHI) genannten System erhalten Unternehmen, Energieversorgern und andere Großverbrauchern die erneuerbare Heiztechnologien einsetzen, seit 2011 eine Förderung, die auf der tatsächlich produzierten Wärme beruht. Dieses System soll nun überarbeitet werden. Die wichtigste Änderung dabei: Der häusliche Sektor soll nun gefördert werden. Ähnlich dem deutschen EEG unterscheidet die Förderung dabei nach unertschiedlichen Technologien. Der höchste Fördersatz entfällt auf die Solarthermie. Wird mit ihr geheizt, soll es eine Förderung von 19,2 p/kWh (ca. 23 ct/kWh) geben. Nur knapp dahinter liegen Erdwärmepumpen (18,8 p/kWh), gefolgt von Biomasse-Heizungen mit 12,2 p/kWh und Luftwärmepumpen mit 7,3 p/kWh.

Höhere Tarife

Aber auch die bestehende Förderung für Großanlagen mit einer thermischen Leistung von mehr 200 kW wird angepasst. So soll die Förderung von großen Solarthermie-Anlagen auf 10 p/kWh steigen. Die Förderung großer Biomasseheizwerke steigt auf 2 p/kWh. Für die Verfeuerung von Biogas gibt es für Anlagen mit einer Leistung von 200 bis 600 kW 5,9 p/kWh. Größere Leistungen erhalten 2,2 p/kWh.

Die Renewable Energy Association, der britische Dachverband der erneuerbare Energien Branche, zeigte sich zufrieden. Zwar sei das RHI-Programm in den letzten zwei Jahren hinter den Erwartungen zurückgeblieben, die Regierung habe aber bei dem aktuellen Entwurf auf Industrie und Fachleute gehört. Vor allem die gänzlich neue Förderung von Luftwärmpumpen, die angepassten Tarife für einige Technologien wie der Solarthermie und viele Verbesserungen bei der Bioenergie.

Gemischte Signale

Die Förderung über das RHI-Programm war in den letzten Jahren ein Dauerthema in Großbritannien und hat zu einiger Verunsicherung in der Branche geführt. Dass die geplanten Änderungen so positiv ausfallen würden war lange nicht klar. Allerdings handelt es sich auch jetzt noch nicht um ein fertiges Gesetz, lediglich um eine Ankündigung des zuständigen Ministers, die noch durch das Parlament muss. Da es in Großbritannien aber im Gegensatz zu Deutschland ein Energieministerium mit entsprechenden Befugnissen gibt, dürfte zumindest auf Ministeriumsebene nicht mehr mit vielen Änderungen zu rechnen sein.

Jan Gesthuizen

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