Rekord-Arbeitszahl für Solar-Wärmepumpe

Photovoltaik und Stromspeicher, Solarthermie und Solarwärmespeicher sowie eine Wärmepumpe: Das ausgeklügelte Konzept sorgt dafür, dass das Effizienzhaus Plus mehr Energie erzeugt, als die Bewohner verbrauchen. (Foto: Sonnenhaus-Institut)
Photovoltaik und Stromspeicher, Solarthermie und Solarwärmespeicher sowie eine Wärmepumpe: Das ausgeklügelte Konzept sorgt dafür, dass das Effizienzhaus Plus mehr Energie erzeugt, als die Bewohner verbrauchen. (Foto: Sonnenhaus-Institut)
20.05.2016

Ein Einfamilienhaus in Oberbayern konnte im Rahmen eines Forschungsprojektes beweisen, dass es dank Photovoltaik, Solarthermie und Wärmepumpe mehr Energie erzeugt als seine Bewohner verbrauchen. Das Solar-Wärmepumpen-System ist in dieser Zeit auf die Rekord-Arbeitszahl von 10,7 gekommen.

In Raitenhaslach bei Burghausen steht eines von 35 Gebäuden, das nach den Kriterien der Forschungsinitiative „Zukunft Bau“ des Bundesbauministeriums als Effizienzhaus Plus errichtet und zwei Jahre lang wissenschaftlich begleitet wurde. Im zweiten Messjahr (Februar 2014 bis Januar 2015) lag der Wärmeverbrauch der Familie bei 12.045 kWh, der Stromverbrauch für die Wärmeerzeugung bei 1.126 kWh. Das ergibt die hohe Arbeitszahl von 10,7. Vom Stromverbrauch für die Wärmeerzeugung lieferte die PV-Anlage noch circa ein Drittel. 743 kWh Strom wurden aus dem Netz bezogen, damit erreicht die Arbeitszahl Wärmeerzeugung zu Netzstrombezug einen Wert von 16,2.

Mit Blick auf die Akzeptanz im Markt entschieden sich die Projektpartner Schlagmann und BayWa für ein Haus mit traditioneller Architektur, das von regionalen Handwerkern mit regionalen Baustoffen errichtet wurde. In dem Forschungsprojekt musste bewiesen werden, dass das Effizienzhaus Plus einen negativen Jahres-Primärenergiebedarf und einen ebensolchen Jahres-Endenergiebedarf hat. Anders gesagt: Das Gebäude muss mehr Energie erzeugen, als die Bewohner verbrauchen. Die Auswertung der Erzeugungsdaten der Kombination aus Photovoltaik, Solarthermie und Wärmepumpe und der Verbrauchsdaten der Bewohner, einer dreiköpfigen Familie, haben dies nun bestätigt.

Das Einfamilienhaus mit 176 m2 Wohnfläche wurde als KfW-Effizienzhaus 40 gebaut. Auf dem Süddach sind 51 m2 thermische Solarkollektoren installiert. Sie speisen Wärme in einen GFK-Schichtenspeicher mit 48.000 L Speicherkapazität ein. Der Solarwärmespeicher besteht aus zwei unterschiedlich großen Kammern, die mit einer innenliegenden Wärmepumpe zu einer Sequenz zusammengeschaltet werden können.

Auf dem Hausdach ist eine Photovoltaikanlage mit 4,2 kW Leistung montiert, zusätzlich sind auf der Garage, auf zwei Dächer verteilt, Module mit 6,5 kW montiert. Die Ost-West-Ausrichtung der Garagendächer ist optimal für die Eigenversorgung mit Solarstrom. Die Anlage ist an einen Lithium-Ionen-Batteriespeicher mit 10,8 kWh Speicherkapazität gekoppelt. Nur Strom, der nicht direkt im Haus oder von dem Elektroauto verbraucht werden kann, wird in das öffentliche Netz eingespeist.

Jens-Peter Meyer / Sonnenhaus-Institut