Auszeichnung für „Beispielhaftes Bauen“ mit Erd-Wärmepumpe

Das neue Firmengebäude der Wölpper GmbH
Das neue Firmengebäude der Wölpper GmbH
30.05.2014

Das SHK-Unternehmen Wölpper GmbH hat im Rahmen eines Firmenumzugs nach Wilheim/Teck einen nachhaltigen Firmenneubau errichtet, der nun mit dem Preis „Beispielhaftes Bauen“ der Architektenkammer Baden-Württemberg ausgezeichnet wurde. In dem neuen Gebäude ist  sowohl die Verwaltung mit 542 m²als auch ein großes Lager mit 848 m² untergebracht. Um die eigenen Erfahrungen mit einfließen zu lassen, wurde ein nachhaltiges Gebäudekonzept entwickelt und umgesetzt. Das hatte gleich mehrere Vorteile, wie einer der Geschäftsführer, Matthias Wölpper, erklärt: „Wir zeigen damit zum einen unsere Kompetenz in Sachen nachhaltiger Gebäudetechnik und führen zum anderen deutlich vor, dass auch Gewerbebauten heute ohne großen technischen Aufwand energieeffizient betrieben werden können.“

Das Technikkonzept

Als Energiequelle und -speicher dienen Erde, Beton und Luft. Die installierte Technik ist darauf abgestimmt und sorgt bei jeder Witterung für ein ausgeglichenes Klima im gesamten Gebäude. Bei der Konzeption der Anlage arbeitete der Hersteller Bartl Wärmepumpen eng mit der Firma Wölpper zusammen, um wirtschaftliche und umweltfreundliche Energienutzung miteinander zu verbinden. Kern der Anlage ist die Sole-Wärmepumpe ECO 16 S HG von Bartl mit einer Leistung von 30 kW und einer integrierten Heißgasentwärmung. Über einen zusätzlichen Wärmetauscher, der zwischen Verdichter und Verflüssiger der Wärmepumpe liegt, wird dabei dem Heißgas ein kleiner Wärmeanteil entnommen und auf hohem Temperaturniveau direkt in den Warmwasserspeicher übertragen. So kann die Wärmepumpe dauerhaft mit geringer Vorlauftemperatur im hoch effizienten Bereich arbeiten.

Erde als Energielieferant

Das Erdreich liefert die nötige Wärmeenergie, die über vier Erdwärmesonden mit je 140 m Länge zur Wärmepumpe geführt wird. Ein Teilstück der Bohrkerne zeigt die Firma Wölpper sogar als sichtbaren Nachweis der Bohrungen in ihrem Heizungsraum. Durch eine Energieversorgung über das Erdreich eignet sich das System sowohl für den Heiz- als auch für den Kühlbetrieb. So entsteht im Laufe des Jahres ein Kreislauf: Im Winter wird das Gebäude mit der dem Erdreich entzogenen Wärme beheizt, während gleichzeitig der Boden abkühlt. Im Sommer lässt sich die überschüssige Wärme aus dem Gebäude dann wieder dem Boden zuführen.

Thermische Bauteilaktivierung

Unterstützt und verstärkt wird dieser Kreislauf durch eine thermische Bauteilaktivierung: In die massiven Betondecken des Verwaltungstrakts ist ein Rohrsystem ähnlich der ebenfalls installierten Fußbodenheizung integriert. So speichern auch die Decken Wärme oder Kälte aus dem durchfließenden Wasser und geben sie gleichmäßig über einen längeren Zeitraum wieder ab. „Gerade im Kühlmodus fallen auf diese Weise nur die Stromkosten der Umwälzpumpen an“, erklärt Wölpper das mit Bartl Wärmepumpen entworfene Technikkonzept. Im Heizbetrieb muss die  Wärmepumpe nur eine Vorlauftemperatur von 25 °C für die Betonkernaktivierung und 28 °C für die Fußbodenheizung liefern.

An das System angekoppelt ist eine Lüftungsanlage, deren Wärmetauscher ebenfalls von der Bartl-Wärmepumpe versorgt wird. Auf diese Weise kann die einströmende Frischluft bereits warm oder kühl vorkonditioniert und die Energie mittels Wärmerückgewinnung aus der verbrauchten Luft wieder aufgefangen werden. Um sowohl eine hohe Energieeffizienz als auch ein angenehmes Arbeitsklima zu erreichen, wird die Belüftung über einen integrierten CO2-Sensor gesteuert. Zusätzlich zu den drei Elementen Fußbodenheizung, Betonkernaktivierung und Lüftung versorgt die Sole-Wärmepumpe von Bartl einen Hygienespeicher mit Edelstahl-Wellrohrwärmetauscher, der als Warmwasserbereiter im Durchlaufprinzip fungiert.

Annette Rauhaus

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