Bayern ist Erdwärmemeister

Im Raum München und im Alpenvorland sind die Bedingungen für eine geothermische Grundwassernutzung besonders gut. (Foto: dpa)
Im Raum München und im Alpenvorland sind die Bedingungen für eine geothermische Grundwassernutzung besonders gut. (Foto: dpa)
12.11.2013

Im Fußball normal, bei der Nutzung von Erdwärme aber eine kleine Sensation: Bayern hat im Bundesländerwettbewerb oberflächennaher Geothermie den ehemaligen Dauersieger Brandenburg als Meister abgelöst.

Die Erdwärmeliga basiert auf Bafa-Förderzahlen von Erdwärmesystemen mit Sonden, Kollektoren und Grundwasserbrunnen als Wärmequelle. Dabei wird die Punktzahl aus der installierten Leistung pro 100.000 Einwohner berechnet, um die Vergleichbarkeit zwischen großen und kleinen Bundesländern zu wahren. „Besonders bemerkenswert ist der hohe Anteil an Wärmepumpen, die das Grundwasser als Wärmequelle nutzen“, stellt Erdwärmeliga-Geschäftsführer Rüdiger Grimm fest.  71 % der bundesweit geförderten Wasser-Wasser-Wärmepumpen wurden 2012 allein in Bayern installiert.

Auch Sachsen gut dabei

Die meisten Plätze gut gemacht hat Sachsen, das sich mit 58 Punkten auf Platz drei hinter Brandenburg einreiht. Im Gegensatz zu Bayern dominieren hier aber Sole-Wasser-Wärmepumpen. Diese dominieren in den meisten Bundesländern. Bayern bildet eine Ausnahme, da hier mit dem Alpenvorland eine sehr große Region gute Bedingungen für Wasser-Wasser-Wärmepumpen bietet.

Auf dem letzten Platz findet sich das Bundesland Bremen, mit gerade mal einer Bafa-geförderten Wärmepumpe mit einer Leistung von 10 kW. Zum Vergleich: In Bayern sind 379 Sole-Wasser-Wärmepumpen und 316 Wasser-Wasser-Wärmepumpen mit einer Gesamtleistung von 5.771 und 5.594 kW installiert worden.

Meist ohne Förderung

Dass die absoluten Zubauzahlen recht niedrig klingen ist kein Zufall, da wie bereits erwähnt, nur durch die Bafa geförderte Installationen gezählt werden. 90 % der Wärmepumpen werden in Deutschland jedoch ohne diese Förderung aufgestellt. Dies liegt zum Beispiel daran, dass das Marktanreizprogramm (MAP) der Bafa für die Förderung in Bestandsgebäuden gedacht ist. Besonders stark sind Wärmepumpen aber vor allem im Neubau. Hier greifen derzeit aber andere Instrumente, wie die Energieeinsparverordnung oder vergünstigte KfW-Kredite.

Die erdwärmeLIGA wird getragen vom GtV-Bundesverband Geothermie und dem Bundesverband Wärmepumpe.

Jan Gesthuizen

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