Heizenergiepreise blockieren Energiewende mit Wärmepumpen

18.12.2016

Während die Energiewende beim Strom gute Fortschritte macht, ist sie noch immer nicht im Heizungskeller angekommen. Im fünften Fortschrittsbericht der Bundesregierung werden Wärmepumpen zwar als Schlüsseltechnologie bezeichnet, allerdings sind die Marktbedingungen noch immer schwierig.

Lediglich ein Prozent der in Deutschland verbrauchten Wärmeenergie stammt aus Erd- und Umweltwärme. Von der Schlüsselrolle, die die Bundesregierung dieser Technologie zuschreibt, ist sie also noch immer deutlich entfernt. Karl-Heinz Stawiarski, Geschäftsführer des Bundesverband Wärmepumpe (BWP) ruft die Regierung daher dazu auf weiter an der guten Arbeit pro Wärmepumpe festzuhalten. Mit Marktanreizprogramm und Energieeinspeiseverordnung bewege man sich in die richtige Richtung.

Grund für die schwierige Lage der Wärmepumpe ist nach Ansicht von Stawiarski der niedrige Brennstoffpreis bei konstant hohen Strompreisen. So lasse sich die Investition in eine Wärmepumpe nur schwer wirtschaftlich rechtfertigen. Durch hohe Aufschläge auf die Strompreise und kaum steuerliche Belastung des Heizöls sei die Politik an dieser Lage durchaus mit schuld. Andere EU-Länder handhaben dies deutlich anders.

„Wärmepumpen-Nutzer zahlen die volle EEG-Umlage und leisten so einen Beitrag zur Finanzierung der Energiewende. Heizöl, ein Hauptverursacher der globalen Erderwärmung, wird gar nicht beteiligt. Das ist nicht nur kontraproduktiv, sondern auch ungerecht“ sagt Stawiarski. Als Lösung schlägt Stawiarski die Einführung eines CO2-Preises vor. So könne im Wärmemarkt endlich die notwendige Dynamik entstehen. Stawiarski sieht die Vorteile auch in der Technologie- und Innovationsoffenheit einer solchen Maßnahme: „Mit den richtigen Preissignalen kann der Markt entscheiden, welche Klimaschutz-Technologie sich durchsetzt. Außerdem kommen neue Technologien schnell zum Zuge, ohne neue Regulierung oder Förderprogramme auflegen zu müssen.“

Erfreut zeigte sich der BWP-Geschäftsführer darüber, dass der Fortschrittsbericht der Bundesregierung sich ausführlich dem Thema Sektorkopplung widmet und der Wärmepumpen-Technologie dabei eine zentrale Rolle zuweist. „Erneuerbarer Strom wird Leitenergie, auch im Wärmebereich.“ Dies lasse sich am Besten mit der im Vergleich zu anderen Verfahren deutlich effizienteren Wärmepumpe bewerkstelligen.

Philipp Kronsbein / Bundesverband Wärmepumpe