Hochtemperatur-Wärmepumpe spart Erdgas

Die Hochtemperatur-Wärmepumpe bei Plansee Hochleistungswerkstoffe entnimmt Abwärme mit 45 °C aus den Produktionsprozessen und speist 85 °C in das firmeneigene Fernwärmenetz ein. (Foto: Plansee SE)
Die Hochtemperatur-Wärmepumpe bei Plansee Hochleistungswerkstoffe entnimmt Abwärme mit 45°C aus den Produktionsprozessen und speist 85 °C in das firmeneigene Fernwärmenetz ein. (Foto: Plansee SE)
06.01.2017

In der Industrie fällt häufig Abwärme auf niedrigem Temperaturniveau an. Der österreichische Wärmepumpenhersteller Ochsner stellt spezielle Hochtemperatur-Wärmepumpen her, die solche Abwärme als Quelle nutzen können. Ein Beispiel ist eine Anlage beim österreichischen Metallhersteller Plansee Hochleistungswerkstoffe.

Das 1921 gegründete Unternehmen Plansee Hochleistungswerkstoffe gehört zu den führenden Unternehmen bei der Herstellung von Halbzeugen und Produkten aus Wolfram und Molybdän. Die meisten Produktionsprozesse bei Plansee benötigen Strom oder Gas. Die entstehende Abwärme wird in eigenen Kühlprozessen abgeführt. Bereits 2013 hat sich Plansee das Ziel gesteckt, 20 % weniger Energie pro Kilogramm Produkt zu benötigen. Diesem Ziel kommt das Unternehmen einen großen Schritt näher durch den Einsatz einer Hochtemperatur-Wärmepumpe. Diese entnimmt Abwärme bei ausgewählten Produktionsanlagen auf einem Temperaturniveau von 45 °C und führt diese einer Nutzung auf einem Temperaturniveau von 85 °C zu. Sie hat eine Wärmeleistung von 380 kW und erzielt einen COP von rund 4. Die gewonnene Wärme wird direkt ins Fernwärmenetz des Unternehmens eingespeist, das ganzjährig in Betrieb ist.

Die Firma Ochsner Wärmepumpen GmbH mit Sitz in Oberösterreich hat Hochtemperatur-Wärmepumpen entwickelt, welche Vorlauftemperaturen bis 98 °C ermöglichen. Die Technik wurde im Zuge eines 3-jährigen Forschungsprogramms entwickelt und steht heute im praktischen Einsatz. Plansee gehört zu den ersten Kunden in diesem Produktsegment. In enger Zusammenarbeit mit Ochsner wurden die Komponenten dimensioniert und die Ausführungsplanung erbracht.

Die Herausforderung der Zukunft liegt lasut Ochsner in der geschickten hydraulischen Einkopplung und der Regelung der Prozessanlagen. „Mit dieser Anlage wird unter Beweis gestellt, dass schon heute praxistaugliche Wärmepumpen für Hochtemperatur-Einsatz bis über 90 °C zur Verfügung stehen. Es gibt unzählige mögliche Einsätze in der Industrie- und Prozesstechnik, um damit Primärenergie zu sparen und Energiekosten zu senken“, sagt Firmengründer Karl Ochsner.

Jens-Peter Meyer / Ochsner