Wärmepumpenabsatz 2015 leicht im Minus

Absatz von Wärmepumpen in Deutschland der letzten Jahre. Zum zweiten mal in Folge ging es leicht bergab. (Grafik: BWP)
Absatz von Wärmepumpen in Deutschland der letzten Jahre. Zum zweiten mal in Folge ging es leicht bergab. (Grafik: BWP)
26.01.2016

Der Absatz von Wärmepumpen in Deutschland hat sich 2015 kaum verändert, mit -1,7 % muss die Branche aber das zweite Jahr in Folge ein kleines Minus verkraften. Allerdings macht sich das neue Marktanreizprogramm so langsam bemerkbar, 2016 dürfte der Absatz wieder steigen.

57.000 Wärmepumpen wurden 2015 in Deutschland verkauft, ein Minus von 1,7 % oder auch gut 1.000 Geräten gegenüber dem Vorjahr. So richtig zufrieden kann man damit nicht sein, aber angesichts des niedrigen Ölpreises und der Tatsache dass die Politik derzeit kein Interesse an einer CO2- Steuer oder andern preislenkenden Maßnahmen gezeigt hat, war mehr wohl auch nicht drin. Schließlich konnten sich andere regenerative Wärmeerzeuger wie die Solarthermie oder Biomasse auch nicht gerade über boomende Absätze freuen. Allerdings liegen der Redaktion für diese beiden Technologien auch noch keine abschließenden Zahlen vor.

2016 wieder mehr verkaufte Wärmepumpen erwartet

Dass es 2016 besser laufen dürfte, könnte etwa am Marktanreizprogramm liegen. Die Förderung für Wärmepumpen wurde im April 2015 kräftig erhöht. Seit dem sind die Antragszahlen deutlich gestiegen, vor allem bei Erdwärmepumpen. Deren Markt ist im vergangenen Jahr zwar trotzdem gesunken, aber zumindest nicht mehr im zweistelligen Prozentbereich. Vereinzelt war dennoch die Befürchtung zu hören, es könne sich hier lediglich um Mitnahmeeffekte handeln.

Absatz Wärmepumpen in Deutschland 2015 (Quelle: BWP)
  Absatz 2015 Vergleich zum Vorjahr Anteil Quellen
Gesamtzahl Heizungswärmepumpen 57.000 - 1,7 %  
Erdwärmepumpen 17.000 - 8,1 % 29,8 %
Luftwärmepumpen 40.000 + 1,3 % 70,2 %
  - davon Monoblock 21.000 + 5,0 %  
  - davon Split 19.000 - 2,6 %  
Brauchwasserwärmepumpen 12.500 - 6,7 %  

Allerdings werden die Erdwärmepumpen wohl meist über die Innovationsförderung für besonders effiziente Wärmepumpen gefördert. Die Anträge werden in diesem Fall gestellt, bevor die Anlage installiert wird. Bis sich hohe Antragszahlen beim Absatz bemerkbar machen, kann es also ein wenig dauern.

Dafür spricht etwa, dass Erdwärmepumpen zwar wieder ein deutliches Absatzminus im Jahr 2015 hatten, dieses aber deutlich geringer ausgefallen ist, als im Vorjahr. Im Dezember war sogar erstmals seit Langem ein leichtes Absatzplus von Sole/Wasser-Wärmepumpen zu verzeichnen, auch wenn es nur bei 3 % lag.

Brauchwasserwärmepumpen überraschend im Minus

Interessant an den Zahlen ist, dass Brauchwasserwärmepumpen erstmals ein Absatzminus verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr verlieren sie mit -6,7 % sogar relativ deutlich. Den jetzt verkauften 12.500 Geräten stehen 13.400 Brauchwasserwärmepumpen im Jahr 2014 gegenüber. Gegenüber dem Jahr 2013 war das damals ein Wachstum von ordentlichen 10,7 %.

Eine Wende gab es auch bei der Entwicklung des Anteils von Monoblock und Splitgeräten. In den letzten Jahren konnten die Splitgeräte ihren Anteil stetig erhöhen und lagen 2014 fast gleichauf mit Monoblockgeräten. 2015 haben Splitgeräte nun aber erstmals ein leichtes Minus zu verdauen und kommen auf 19.000 abgesetzte Geräte (-2,7 %). Die gute alte Monoblock-Wärmepumpe legt dagegen mit +5 % auf 21.000 Geräte spürbar zu und liegt damit zwar nicht weit, aber eben doch deutlich messbar vor der Split-Variante.

Dabei muss es sich aber nicht zwangsläufig um eine Trendwende handeln, eventuell ist einfach eine Sättigung erreicht und beide Varianten pendeln im Rahmen üblicher statistischer Schwankungen um eine feste Verteilung herum. Genau wird man das wohl erst in einigen Jahren sagen können.  

EnEV sorgt für sicheren Absatz

Wie dem auch sei, beide Technologien könnten 2016 zulegen. Neben dem Marktanreizprogramm, das erst im Januar diesen Jahres noch einmal mit höheren Vergütungssätzen lockt, sollte auch die neue Stufe der Energieeinsparverordnung den Absatz beflügeln. Branchenexperten gehen allein durch die EnEV von einem Absatzplus von bis zu 10.000 Geräten aus. Dank Ordnungsrecht dürfte daran selbst der Ölpreis nichts ändern können.

Jan Gesthuizen