5,3 GW neue Onshore-WEA in 2017, 85,2 TWh Windstrom eingespeist

2017 brachte 11 % mehr kumulierte Wind-Leistung onshore als im Vorjahr (Foto: iStock)
2017 brachte 11 % mehr kumulierte Wind-Leistung onshore als im Vorjahr (Foto: iStock)
29.01.2018

Der (Brutto-)Zubau von Windenergieanlagen an Land (WEA) in Deutschland im Jahr 2017 lag bei 5.334 MW durch 1.792 neu errichtete WEA. Dies entspricht einer Steigerung von 15 % gegenüber dem Vorjahr. 2017 ist damit das zubaustärkste Jahr seit Beginn der Windenergieentwicklung in Deutschland. Diese Zahlen ermittelte die Deutsche WindGuard im Auftrag von BWE und VDMA.

Der kumulierte Anlagenbestand steigt somit zum Jahresende 2017 auf 28.675 WEA mit einer Gesamtleistung von 50.777 MW. Das entspricht einem Anstieg der kumulierten Leistung um 11 % gegenüber dem Vorjahr.

315 der WEA mit einer Leistung von 952 MW wurden dabei als Repoweringanlagen identifiziert, die zurückgebaute Altanlagen ersetzten. Im Jahresverlauf wurde der Rückbau von 387 WEA festgestellt, die zusammen über eine Leistung von 467 MW verfügten. Der Netto-Zubau 2017 liegt damit bei 4.866 MW. Die durchschnittliche Leistung der abgebauten WEA beträgt damit 1.207 kW.

Verglichen mit dem Vorjahr ist die mittlere Nennleistung um 5 % auf 2.976 kW gestiegen. Auch die Rotordurchmesser der neuen WEA sind um 3 % größer als im Vorjahr. Die durchschnittliche Nabenhöhe hingegen ist gegen-über dem Vorjahr unverändert und beträgt weiterhin 128 m.

Die im Jahr 2017 installierten Anlagen, mit einer Gesamtleistung von rund 5,3 GW entsprechen 59 % der Leistung, die nach der Übergangsregelung in Betrieb gehen darf. Somit verbleiben etwa 3,3 GW, die im Jahresverlauf 2018 nach den Übergangsregeln installiert und in Betrieb genommen werden können. Für weitere 475 MW wurde mit Stand November 2017 der freiwillige Verzicht auf die Übergangsregelungen und somit die verpflichtende Teilnahme am Ausschreibungssystem erklärt.

Niedersachsen Spitzenreiter bei Neu-Errichtungen

Mit 1.436 MW und 27 % der neu zugebauten Leistung erreicht Niedersachsen auch im Jahr 2017 den höchsten Zubau im Bundesländervergleich. Niedersachsen liegt deutlich vor dem Zweitplatzierten Nordrhein-Westfalen, das mit 870 MW einen Anteil von 16 % am Gesamtzubau hat. Schleswig-Holstein (552 MW) und Brandenburg (535 MW) tragen mit jeweils 10 % zum bundesweiten Windenergieausbau bei. Baden-Württemberg platziert sich mit einer installierten Leistung von 401 MW und einem Anteil von 8 % wie bereits im Vorjahr auf dem fünften Rang. Die übrigen Bundesländer stellen zusammen die verbleibenden 1.540 MW (29 % des Gesamtzubaus). Im regionalen Vergleich des Brutto-Zubaus entfallen auf die Bundesländer im Norden 42 %, in der Mitte 39 % und im Süden 19 %.

Unter den Flächenländern sind in Baden-Württemberg im Mittel die größten Anlagen errichtet worden. Mit durchschnittlich 3.134 kW Nennleistung, 123 m Rotordurchmesser und 145 m Nabenhöhe liegt das Land deutlich auf Platz 1. Anlagen mit der niedrigsten Nennleistung wurden in Nordrhein-Westfalen errichtet (2.833 kW), die im Schnitt kleinsten Rotordurchmesser finden sich in Mecklenburg-Vorpommern (104 m), und die mit Abstand geringsten Nabenhöhen befinden sich, wie auch in den Vorjahren, in Schleswig-Holstein (96 m).

85,2 TWh Windstrom eingespeist

Nach der vorläufigen Hochrechnung der Übertragungsnetzbetreiber zur Stromerzeugung aus Windenergie an Land speisten Windenergieanlagen im Jahr 2017 85,2 TWh Strom in das deutsche Netz ein. Im Vergleich zum Jahr 2016 stieg der Energieertrag damit um 31%. Dies ist einerseits auf das besonders windschwache Vorjahr, andererseits auf den stetig steigenden Anlagenbestand und somit die zugrunde liegende einspeisende Leistung zurückzuführen.

Das vierte Quartal des Jahres trägt mit einem Anteil von 37 % zur Jahresstromproduktion bei. Die drei Monate des Quartals sind die erzeugungsstärksten des Jahres, wobei insbesondere der Dezember mit einer Erzeugung der WEA an Land von über 12 TWh hervorsticht. Die geringste Einspeisung aus Windenergie erfolgte wie üblich in den Sommermonaten. Auch wenn im Juni im Vergleich zum Vorjahr ein deutlicher Mehrertrag verzeichnet wurde, entfällt auf das dritte Quartal mit rund 17% der geringste Anteil der Stromerzeugung.

Volker Buddensiek / BWE / VDMA