Areva übernimmt Multibrid

Der kleinste Anbieter von Offshore-Windenergieanlagen steht seit wenigen Tagen ganz groß da: Der französische Energiekonzern Areva steigt ein und wird Multibrid eine ausreichende finanzielle Ausstattung sichern, um im Offshore-Geschäft mithalten zu können.

Areva übernimmt 51% der Anteile an der Bremerhavener Multibrid Entwicklungsgesellschaft mbH von der Prokon Nord Energiesysteme GmbH. Die Vertragsunterzeichnung für das Jointventure erfolgte am 13. September. »Mit Areva haben wir den starken Partner gefunden, mit dem wir in den nächsten Jahren unsere Position am Markt noch weiter stärken und ausbauen können«, erklärte Ingo de Buhr, Geschäftsführer der Prokon Nord. »Mit der Finanzkraft und den weltweiten Aktivitäten von Areva wollen wir den Zukunftsmarkt der Offshore-Windenergie strategisch europaweit ausbauen.«

Die 1997 gegründete Prokon Nord Energiesysteme GmbH war zunächst ausschließlich mit der Projektentwicklung und dem Betrieb von Windparks befasst. Ende 2001 erhielt das Unternehmen die Genehmigung für die Errichtung des Offshore-Windparks »Borkum West«. Es war die erste Genehmigung eines solchen Projektes in der Nordsee und bildete später die Grundlage für das geplante Offshore-Testfeldes Alpha Ventus. Ende 2003 übernahm Prokon Nord die Multibrid Entwicklungsgesellschaft mbH von Pfleiderer und konnte dadurch schon ein Jahr später den Prototyp der M5000 in Bremerhaven aufstellen. Im Juni dieses Jahres erhielt Multibrid den Auftrag für die Lieferung von sechs 5-MW-Anlagen für Alpha Ventus im kommenden Jahr. Ende 2008 sollen die ersten von insgesamt 21 Anlagen für den französischen Offshore-Windpark »Côte d’Albâtre« ausgeliefert werden.

Nicht der Prototyp allein, sondern auch diese bereits bestehenden Aufträge machten Multibrid für einen Käufer attraktiv. Areva bemühte sich jedoch zunächst um Repower, musste sich aber nach einem längeren Übernahmepoker dem indischen Unternehmen Suzlon beugen.