BWE setzt hohe Ziele

Die höhere Anlagenleistung soll zum größten Teil durch Repowering erreicht werden, nur 8 bis 10 GW entfielen auf die Erschließung noch nicht genutzter Flächen. Gerade beim Repowering müssten aber Planungshemmnisse beseitigt werden, erkläre Albers. Bisher unterliegen die Genehmigungsverfahren den Empfehlungen der jeweiligen Bundesländer, sie betreffen vor allem die Höhe der Wind-energieanlagen. Die bestehenden Empfehlungen seien aber nicht der neuen Generation angepasst. Auch das Umweltbundesamt hat kürzlich eine Beseitigung von Hemmnissen für den Ausbau der Windenergienutzung gefordert. Repowering-Projekte könnten ihre Vorteile bislang nicht ausspielen, und auf See behinderten wirtschaftliche Hemmnisse und komplexe Genehmigungsprozesse den Aufbau von Windparks, heißt es im Gutachten des UBA.

Auch die Netzeinspeisung könnte sich bei einem höheren Anteil erneuerbarer Energien schwierig gestalten. »Wir können die EEG-Debatte nicht mehr losgelöst von den Stromnetzen führen«, so Albers. Am 28. Juni hat der Bundesgerichtshof bestätigt, dass die Netzbetreiber die kompletten Kosten für den nötigen Ausbau der Stromnetze tragen müssen und diese nicht an die Windparkbetreiber weitergeben dürfen. Der Netzstudie der Deutschen Energieagentur zufolge müssten bis 2015 insgesamt 1,1 Mrd. € investiert werden, um 400 km des Verbundnetzes zu verstärken und 850 km neu zu bauen. Der BWE erklärt, dass dieser Netzausbau nicht allein zur Integration der Windenergie, sondern auch für den Stromhandel und die Anbindung neuer Kohlekraftwerke notwendig ist. Eine Leistungssteigerung der bestehenden Netze hält Albers durch neue Techniken wie das Temperaturmonitoring für möglich. Bei niedriger Außentemperatur könnte dabei die Stromeinspeisung erhöht werden, höhere aus Windenergie erzeugte Strommengen ließen sich durch die Windkühlung der Leitungen in die Stromversorgung integrieren.