Jahresbilanz: 3,1 GW neue Offshore-Kapazität in Europa

Der Ausbau der Windenergie auf See ging 2017 mit großen Schritten voran. (Foto: iStock)
Der Ausbau der Windenergie auf See ging 2017 mit großen Schritten voran. (Foto: iStock)
06.02.2018

Die Offshore-Windenergie verzeichnet für 2017 in Europa einen Rekordzubau von 3,1 GW. Insgesamt hat der Windstrom von See damit einen Zuwachs um 25 Prozent auf eine Gesamtkapazität von 15,8 GW erreicht. Die entsprechenden Statistiken hat WindEurope veröffentlicht.

Von Januar bis Dezember 2017 gingen 13 neue Offshore-Windparks ans Netz. Einer davon ist der erste schwimmende Offshore-Windpark Hywind Scotland. Den größten Anteil am Zubau hatten Großbritannien (1,7 GW) und Deutschland (1,3 GW). Wie WindEurope weiter mitteilt, beträgt die durchschnittliche Leistung neuer Turbinen 5,9 MW, das ist ein Anstieg um 23 % gegenüber dem Vorjahr. Die neuen Parks haben im Schnitt eine Nennleistung von 493 MW.

Derzeit sind weitere 11 Offshore-Windparks im Bau, bis 2020 wird mit einer Gesamtkapazität von 25 GW gerechnet. Dabei konzentriert sich die Offshore-Windenergie weiter auf die Seegebiete weniger Länder: 98 % der Leistung sind vor den Küsten Großbritanniens, Deutschlands, Dänemarks, der Niederlande und Belgiens installiert.

Giles Dickson, CEO von WindEurope, hält den Anstieg um 25 % in einem Jahr für spektakulär: „Offshore-Wind ist heute ein Mainstream-Teil des Stromsystems. Die Kosten sind schnell gesunken. Die Investition in Offshore-Wind kostet heute nicht mehr als in der konventionellen Stromerzeugung." Zu den weiteren Ausbau-Perspektiven fügt Dickson hinzu: „Wir werden 2018 und 2019 weiteres Wachstum sehen. Aber die längerfristigen Aussichten für Offshore-Windenergie sind unklar. Sehr wenige Länder haben bereits definiert, welche neuen Volumen sie bis 2030 installieren wollen. Die nationalen Pläne, die die Regierungen im Rahmen des Clean Energy Package vorbereiten, werden uns mehr verraten.“

Ralf Ossenbrink / WindEurope