Scottish and Southern Energy kauft Airtricity

Der Kaufpreis beträgt 1,08 Mrd. €. Außerdem wird SSE Schulden der Airtricity in Höhe von 375 Mio. € übernehmen.

Airtricity gehört europaweit zu den führenden Entwicklern und Betreibern von Onshore– und Offshore-Windparks. In Deutschland wurde das Unternehmen vor allem Ende 2006 durch den Einstieg beim Offshore-Projekt Butendiek bekannt. Auf der Europäischen Offshore-Konferenz Anfang Dezember vergangenen Jahres in Berlin kündigte Airtricity-Vorstandschef Eddie O’Connor an, im Jahr 2010 mit dem Bau des 240-MW-Vorhabens zu beginnen.

Zurzeit hat Airtricity 13 Windparks mit insgesamt 455 MW Leistung in Betrieb, überwiegend in Irland, Nordirland und Schottland. Dazu gehört auch der irische Offshore-Windpark Arklow Bank (25 MW). Weitere elf Windparks (600 MW) sind im Bau. Das Unternehmen hat etwa 400 Mitarbeiter.

Airtricity hat nach eigenen Angaben in Europa und Asien Windparks mit einem Gesamtvolumen von 17.000 MW in der Planung. Die dafür notwendige Kapitalerhöhung wollte Hauptaktionär National Toll Roads (NTR), der sein Geld vor allem mit Mautstationen auf irischen Autobahnen verdient, nicht mehr mitmachen. Dass für Airtricity das Geld knapp wurde, zeigte bereits der Verkauf ihres gesamten Nordamerika-Geschäftes an den Eon-Konzern im vergangenen Oktober.

Nach Brancheninformationen haben auch der RWE-Konzern, Electricité de France (EdF), die französische Suez-Gruppe und Spaniens zweitgrößter Energieversorger, die Iberdrola SA, Verkaufsgespräche mit NTR geführt.

»Wir hätten das Unternehmen liebend gerne in Eigenregie weitergeführt«, kommentierte Tilman Schwencke, der für Airtricity in Berlin und Brüssel tätig ist, den Verkauf, »mit Scottish & Southern Energy haben wir einen Partner gefunden, der auch ambitionierte Pläne im Offshore-Windsegment verfolgt.« Wer bislang, so Schwencke, Zweifel gehabt habe, dass Airtricitiy Butendiek nicht realisieren werde, »dem ist dieser Zahn nun gezogen«. Neben Butendiek werde Airtricity in Deutschland weitere Projektrechte für Offshore-Windparks erwerben, kündigte Schwencke an.