Studie: Offshore-Parks liefern zuverlässig Strom

Das Fraunhofer IWES attestiert Zunahme der Verfügbarkeit von Offshore-Windparks. (Foto: Stiftung OFFSHORE WINDENERGIE)
Das Fraunhofer IWES attestiert Zunahme der Verfügbarkeit von Offshore-Windparks. (Foto: Stiftung OFFSHORE WINDENERGIE)
12.12.2017

Eine aktuelle Studie des Fraunhofer IWES kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Verfügbarkeit von Windenergieanlagen auf See gegenüber den Untersuchungen einer Vorgängerstudie aus dem Jahr 2013 erhöht hat.

Die aktuelle Untersuchung des Fraunhofer IWES hat die langfristige energiewirtschaftliche Bedeutung der Offshore-Windenergie in einem zunehmend dekarbonisierten Energiesystem bis zum Jahre 2050 untersucht. Zu diesem Zeitpunkt wird von einer vollständigen Deckung des Endenergiebedarfs durch Erneuerbare Energien ausgegangen, um die Pariser Klimaziele erreichen zu können. Die Studie geht damit über das 80-Prozent-Ziel ihrer Vorgängerstudie aus dem Jahre 2013 hinaus.

Die aktualisierte Analyse nimmt – als Zwischenschritt – auch das Jahr 2030 in den Blick und geht dabei von einem 30-prozentigen Erneuerbaren Energien-Anteil am Endenergiebedarf aus. Die Studie zeigt, dass der erforderliche Anteil der Erneuerbarer Energien für eine sektorübergreifende Energiewende nur mit einem signifikanten Anteil an Offshore-Windenergie zu erreichen ist. Dabei wird für das Jahr 2030 eine Leistung von 25 GW und für 2050 von 57 GW als energiewirtschaftliches Optimum angesehen.

Die Gründe dafür liegen unter anderen in den guten Kraftwerkseigenschaften der Offshore-Windenergie. Die Anlagen liefern vergleichsweise konstant Strom und die Erträge sind gut vorhersagbar. Mit einem höheren Anteil der Offshore-Windenergie in den Jahren 2030 und 2050 wird die Volatilität der Residuallast reduziert, damit sinken der Bedarf und die Kosten zur Bereitstellung von Flexibilität (unter anderem durch Reservekraftwerke). Die Gründe hierfür sind, dass die Offshore-Windenergie hinsichtlich des zeitlichen Verlaufs besser dem Stromverbrauch entspricht als Onshore-Windenergie und Photovoltaik und dass die Stromerträge der Anlagen auf See heute besser vorhersagbar sind.

„Die Ergebnisse zeigen, dass die Offshore-Windenergie erheblich zur Versorgungssicherheit beiträgt. Eine Erhöhung der Ausbauziele bis 2030 würde somit den Industriestandort Deutschland stärken und klimapolitisch geboten sein“, sagte Dr. Ursula Prall, Vorstandsvorsitzende der Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE,

 die die Studie des IWES in Auftrag gegeben hat.. „Die Bundespolitik sollte sich daher den Forderungen der Küstenländer und der Branche aus dem Cuxhavener Appell vom September dieses Jahres anschließen“, so Prall weiter. Darin wurde ein Ausbau der Offshore-Windenergie auf mindestens 20 GW bis 2030 und 30 GW bis 2035 gefordert.

Volker Buddensiek / Stiftung OFFSHORE WINDENERGIE