US-Markt könnte erstmals 3.000 MW übertreffen

Im ersten Halbjahr erreichte der Zuwachs nach Awea-Angaben 1.059 MW (zum Vergleich Deutschland: 665 MW).

Eine Ankündigung in dieser Größenordnung ist nicht neu: Bereits in den beiden Vorjahren hatten Marktbeobachter mit einer neu installierten Leistung von mehr als 3.000 MW in den USA gerechnet. Letztlich stand im vergangenen Jahr ein Zuwachs von 2.454 MW auf der Habenseite, unwesentlich mehr als in Deutschland, wo 2.233 MW ans Netz gingen.

Ob der US-Windmarkt in diesem Jahr erstmals die 3.000-MW-Grenze »knackt«, hängt nach Worten des Awea-Geschäftsführers Randall Swisher davon, ob die von den Investoren bestellten Windturbinen wirklich ausgeliefert werden: »Uns machen die Zulieferer Sorgen, die mit der Nachfrage nach Hauptkomponenten nicht Schritt halten können.«

Für die Kapazitätsengpässe der Zulieferer macht der amerikanische Windenergieverband die »unstete Politik« der Bush-Administration verantwortlich. So verzichteten Unternehmen der Stahl-, Maschinenbau- und Elektrobranche darauf, in neue Produktionsstätten zu investieren. Randell Swisher: »Daher können zusätzliche Projekte nicht realisiert werden, weil Windturbinen fehlen.« Die Awea spricht sich deshalb für langfristige Steuererleichterungen zugunsten der Windstromproduktion und eine Verpflichtung der Stromversorger zur Abnahme von Ökostrom aus.

Den gedämpften Optimismus der Awea teilt Birger Madsen, Windkraftexperte der renommierten dänischen BTM Consult: »In unserer Vorausschau gehen wir von einem Zuwachs auf dem US-Markt von 3.400 Megawatt aus.« Ob es dazu kommt, hänge »einzig und allein« davon ab, ob die Hersteller alle bestellten Generatoren, Getriebe, Läger und Rotorblätter für ihre Windenergieanlagen auch zeitgerecht bekommen.