900 Mio. € für Wasserstoffprojekt H2Global

Im Rahmen von H2Global werden Wasserstoff oder Wasserstoffderivate in Nicht-EU-Ländern zum geringstmöglichen Preis mit Zehn-Jahres-Verträgen eingekauft	Quelle: Pixabay
Im Rahmen von H2Global werden Wasserstoff oder Wasserstoffderivate in Nicht-EU-Ländern zum geringstmöglichen Preis mit Zehn-Jahres-Verträgen eingekauft Quelle: Pixabay
08.02.2022

Am 23. Dezember 2021 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz 900 Mio.E für das innovative Förderinstrument H2Global bewilligt. Ziel des Projekts ist es, den internationalen Markthochlauf von grünem Wasserstoff voranzubringen und hierfür sog. Doppelauktionsverfahren zu nutzen. Das bedeutet, Wasserstoff oder Wasserstoffderivate werden günstig auf dem Weltmarkt eingekauft und in der EU meistbietend verkauft.

Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz: »Grüner Wasserstoff spielt eine zentrale Rolle für die Transformation unserer Wirtschaft. Wir werden zukünftig einen hohen Bedarf an grünem Wasserstoff haben und neben der Produktion in Deutschland auch Importe benötigen. Daher starten wir bereits jetzt den internationalen Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft und bauen über das Instrument H2Global langfristige Wertschöpfungs- und Lieferketten auf.«

Kernidee von H2Global ist ein »Doppelauktionsmodell«: Es werden über ein wettbewerbliches Verfahren Wasserstoff oder Wasserstoffderivate in Nicht-EU-Ländern zum geringstmöglichen Preis mit Zehn-Jahres-Verträgen eingekauft. Abgewickelt werden die Verträge über den Intermediär Hintco. Hintco ist eine Tochter, der von der Privatwirtschaft gegründeten H2Global-Stiftung. Über den Intermediär werden Produkte mittels kurzfristiger Auktionen zum höchstmöglichen Preis an deutsche und europäische Unternehmen verkauft, die ihre Dekarbonisierung damit vorantreiben können.

Da der Produktionspreis von grünem Wasserstoff in der derzeitigen Markthochlaufphase noch relativ hoch ist, wird die Hintco voraussichtlich im Einkauf mehr zahlen als sie durch den Verkauf einnehmen kann. Die dadurch entstehenden Verluste werden durch die Zuwendung des Bundes für maximal zehn Jahre ausgeglichen. Über die Zeit werden sich die Verluste reduzieren, da die Zahlungsbereitschaft für nachhaltige Energieträger absehbar steigen wird.

Nachdem das Förderinstrument am 20. Dezember 2021 von der Europäischen Kommission beihilferechtlich genehmigt wurde, sollen die ersten Abnahmeverträge im Rahmen von H2Global bereits im Jahr 2022 geschlossen werden. Die ersten Lieferungen nachhaltiger Energieträger auf Wasserstoffbasis nach Deutschland und Europa sind für das Jahr 2024 geplant.

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