Milk the Sun veröffentlicht Marktpreisstudie gewerblicher Photovoltaik-Projekte

Entwicklung der jährlichen Durchschnittspreise je Anlagetyp
Entwicklung der jährlichen Durchschnittspreise je Anlagetyp
04.12.2020

Die Milk the Sun GmbH hat am 4. Dezember eine Marktpreisstudie zu gewerblichen Photovoltaik-Projekten veröffentlicht.  In dieser hat das Unternehmen mehr als 450 seiner eigenen Datensätze der letzten sieben Jahre ausgewertet.

Im Fokus stand dabei die Analyse der historischen Preisentwicklung unterschiedlicher Anlageklassen, die Frage nach möglichen Einflussfaktoren auf die Preise, sowie der Ausblick in eine mögliche zukünftige Entwicklung. Mit der Studie wurden zwei Ziele verfolgt: Zum einen, Investoren eine analytische, datenbasierte Entscheidungsgrundlage anzubieten. Zum anderen ist die Veröffentlichung als Ausdruck der Überzeugung, dass eine erfolgreiche Energiewende von den richtigen Investitionsentscheidungen abhängig ist. Vor diesem Hintergrund ist die Studie auch als Aufruf an andere Marktakteure gedacht, ihre eigenen Daten ebenfalls mit dem Markt zu teilen und hierzu auch mit Milk the Sun zu kooperieren.

Als Grundlage der Analyse dienen 482 Datensätze zu Transaktionen in Deutschland, die im Zeitraum Januar 2014 bis Juli 2020 über den Milk-the-Sun-Marktplatz abgewickelt wurden. Das zentrale Ergebnis dieser Studie ist, dass die Preise in Euro je Kilowattpeak (€/kWp) für die drei betrachteten Anlageklassen – Projektrechte, Turnkey-Anlagen sowie Bestandsanlagen – über den gesamten Betrachtungszeitraum spürbar sinken. Vor allem der Einfluss des Alters einer Anlage konnte im Rahmen der Auswertungen als ein wichtiger Faktor für die Ausgestaltung der Preise nachgewiesen werden. Sollte sich der beobachtete Trend in den verschiedenen Anlageklassen auch zukünftig fortsetzen, ist davon auszugehen, dass die Preise von PV-Projekten in den kommenden Jahren weiter sinken werden. Zusammen mit dem ohnehin steigenden Interesse wird dies deren Attraktivität für Investoren nochmals steigern helfen. Zusätzlich deutet sich an, dass in Zukunft bei einer Fortsetzung der erkennbaren Preistrends ein turning point erreicht wird, zu dem Bestandsanlagen erstmals niedrigere Preise erzielen werden als neu errichtete Turnkey-Anlagen.

Ergebnisse im Detail

Die Betrachtung der Durchschnittspreise  zeigt, dass Bestandsanlagen die mit Abstand höchsten Preise je Kilowattpeak erzielen. Werden die Daten zu den vollständig vorliegenden Jahren 2014 bis 2019 betrachtet, so liegt der Durchschnittspreis für Bestandsanlagen bei 2.099 €/kWp, für Turnkey-Anlagen bei 1.142 €/kWp, und für Projektrechte bei 68 €/kWp.

Der Blick auf die Preise des Jahres 2019  unterstreicht das Ausmaß der Preisrückgänge. Im Jahr 2019 lagen die durchschnittlich erzielten Werte für Bestandsanlagen bei 1.569 €/kWp – und damit auf dem niedrigsten Wert im Zeitverlauf. Bei den Turnkey-Anlagen liegen die Preise 2019 mit durchschnittlich 1.033 €/kWp ebenfalls deutlich unterhalb der Vorjahreswerte. In beiden Fällen ist ein klarer Trend zu jährlich sinkenden Preisen erkennbar. In Bezug auf die Projektrechte ist die Entwicklung insgesamt weniger konstant, doch auch hier liegen die Preise im Jahr 2019 mit 49 €/kWp ebenfalls spürbar unter dem Mittelwert der vergangenen sechs Jahre. Die Preisabschläge  in Bezug auf die beobachteten Höchstwerte liegen bei knapp 37 % (Bestandsanlagen), 17 % (Turnkey- Anlagen) und 45 % (Projektrechte).

Der Beginn des aktuellen Jahres 2020  ist durch überdurchschnittliche Handelsvolumina auf dem Milk-the-Sun-Marktplatz gekennzeichnet. In diesem Zeitraum haben sich die Preise vor allem der Bestandsanlagen, sowie zu einem geringeren Maße auch die der Projektrechte, wieder etwas erholt. Angesichts der Tatsache, dass für das aktuelle Jahr lediglich Werte zu den ersten sechs Monaten vorliegen, und diese zudem von den Folgen der Corona-Pandemie geprägt sind, lässt sich zum heutigen Zeitpunkt noch keine qualifizierte Aussage über die Entwicklung des Gesamtjahrs ableiten.

Die Studie steht zum kostenlosen Download bereit.