Offizieller Startschuss für Projekt SolnetPlus

Die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr­Sutter übergibt den Förderbescheid an die Projektpartner, darunter Dirk Mangold, Leiter Steinbeis Solites (l.) und Dr. Heiko Huther, Bereichsleiter Forschung & Entwicklung AGFW
Die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr­Sutter übergibt den Förderbescheid an die Projektpartner, darunter Dirk Mangold, Leiter Steinbeis Solites (l.) und Dr. Heiko Huther, Bereichsleiter Forschung & Entwicklung AGFW
12.10.2021
Die Herausforderungen des Klimawandels machen das Zusammenwirken von Akteuren auf allen Ebenen nötig. Besonders in den Kommunen gilt es, die Weichen für die angestrebte Klimaneutralität bis 2045 zu stellen. Eine entscheidende Rolle dabei spielt grüne Fernwärme aus erneuerbaren Energien wie Solarthermie. 
 
Damit sich künftig noch mehr Kommunen und Stadtwerke für solare Wärmenetze entscheiden, wurde gerade das auf drei Jahre angelegte Projekt „SolnetPlus – Solare Wärmenetze als eine Lösung für den kommunalen Klimaschutz“ gestartet. Rita Schwarzelühr-Sutter, parlamentarische Staatssekretärin aus dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit übergab Anfang Juli in Stuttgart den Bewilligungsbescheid für die Förderung des Projekts in Höhe von 988 000 € an die Projektpartner. Diese sind der Energieeffizienzverband AGFW, das Steinbeis Forschungsinstitut für solare und zukunftsfähige thermische Energiesysteme (Solites), die Hamburg Institut Research gGmbH (HIR) und das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu). Das Projektvolumen liegt insgesamt bei 1,3 Mio. €. 
 
„Mit der Förderung leisten wir einen wichtigen Beitrag zu unseren Klimaschutzzielen. ‚SolnetPlus‘ unterstützt die Wärmenetzentwicklung und damit die Wärmewende insgesamt: Wärmenetze ermöglichen es, erneuerbare Energien effizient und zukunftsfähig in lokale Wärmeversorgungssysteme zu integrieren – nicht nur für wenige Gebäude, sondern für Stadtquartiere oder sogar ganze Gemeinden. Das kann den Klimaschutz ganz wesentlich voranbringen, zudem Quartiersidentität stärken und Lebensqualität erhöhen“, so die Staatssekretärin. Dr. Heiko Huther, Bereichsleiter Forschung & Entwicklung des AGFW, ergänzt: „Deutschland soll bis 2045 weitgehende Treibhausgasneutralität erreicht haben. Dem Einsatz von Solarthermie als Erzeugungstechnologie für die kommunale Wärmeversorgung kommt dabei unserer Ansicht nach eine Schlüsselfunktion zu.“ 

Solarthermie auch in Kommunen auf dem Vormarsch 

In den vergangenen zehn Jahren habe es im Bereich der solaren Wärmenetze auch auf kommunaler Ebene eine erfreuliche Entwicklung gegeben, so die Projektpartner. Allein 2019 wurden in Deutschland Kollektorflächen von insgesamt 35 000 m2 für Wärmenetze neu installiert. Die installierte Leistung wuchs hierdurch um etwa 50 %. „Trotzdem liegt noch Arbeit vor uns“, so Dr. H. Huther. „Die größten Zuwächse verzeichnen wir im Moment in städtischen Fernwärmenetzen in Ballungsräumen sowie bei kleineren, meist neuen Wärmenetzen im ländlichen Raum. Deshalb schauen wir im Rahmen des Projekts genau auf die Faktoren, die bei diesen lokalen Umsetzungen erfolgreich waren. Zugleich wollen wir aber auch herausfinden, wo konkrete Hemmnisse liegen, beispielsweise durch Genehmigungsvorhaben und Flächenverfügbarkeit vor Ort, und wie diesen begegnet werden kann.“ 
 
Um eine Verbesserung der Sichtbarkeit und Bekanntheit dieser Lösung für den kommunalen Klimaschutz zu bewirken und einen relevanten Klimaschutzbeitrag durch direkte neue Projekte zu erzielen, hat sich der Projektverbund einen ganzen Maßnahmenkatalog überlegt. Dieser umfasst neben der direkten Adressierung der relevanten Zielgruppen (Kommunen, Versorger, Marktakteure im Wärmenetzbereich) sowie deren Aktivierung und Qualifizierung, auch den Abbau zentraler Markthemmnisse und die Entwicklung von Lösungsansätzen durch fachliche Bearbeitung. Darüber hinaus sollen die Rahmenbedingungen durch Ableitung konkreter Verbesserungsmöglichkeiten und Handlungsempfehlungen optimiert und professionelle Öffentlichkeitsarbeit geleistet werden.