PV-Reinigung: Bis zu 8 % mehr Rendite

Bürsten von Sunbrush mobil beim Säubern eines Solarparks (Bild: Sunbrush mobil)
Bürsten von Sunbrush mobil beim Säubern eines Solarparks (Bild: Sunbrush mobil)
27.06.2019

Damit Solaranlagen profitabel sind, müssen sie möglichst nah an ihrer maximalen physikalischen Leistungsfähigkeit arbeiten, was Verunreinigungen oft verhindern. Doch auch die Säuberung der Module lohnt sich nur, wenn sie kostengünstig vonstattengeht. Ein konkretes Zahlen- und Erfolgsbeispiel stammt aus der Oberpfalz in Bayern.

Der Landwirt Hans Schindlbeck aus Sengkofen betreibt seit 2003 PV-Anlagen: »Branchenübliche Angebote von Dienstleistern für die Reinigung von Solarparks lagen in jüngster Vergangenheit bei etwa 62 Ct/m2. Im Hinblick auf die Amortisierung der Anlage eine nahezu unrentable Investition«, erläutert Schindlbeck die Situation. »Andererseits müssen die Module nun einmal sauber sein, um ihre maximale Leistungsfähigkeit ausschöpfen zu können.«

Um Abhilfe zu schaffen, beschäftigte er sich intensiv mit den anfallenden Kosten für die Reinigung und wie er diese optimieren kann. Das Ergebnis seiner Recherche führte ihn 2017 von der Oberpfalz ins Allgäu. Seitdem setzt er Bürsten von der aus Lachen bei Memmingen stammenden Sunbrush mobil GmbH (SBM) zur Säuberung seiner Solarparks ein. Diese lassen sich auf ein vorhandenes Fahrzeug montieren und können für die Nassreinigung durch Sunbrush Blue für kalkfrei aufbereitetes Leitungswasser, beziehungsweise mit SunBrush Green zur Bekämpfung von Moosen und Flechten verwenden – alles Aspekte, die die Kosten niedrig halten. Zudem konnte der Hersteller die 4,50 m langen Bürsten auf die Anforderungen von Schindlbecks PV-Park anpassen. Die Kosten für das SBM-System haben sich für Schindl-beck bereits nach zwei Reinigungsgängen amortisiert.

Aussagekräftiger Vergleich

Im Jahr 2018 verglich der Landwirt über sechs Monate hinweg die Ertragswerte einer seiner Anlagen mit denen des baugleichen Parks seines Nachbarn. Seine regelmäßig gepflegte Anlage erzeugte demnach 8 % mehr Ertrag - als die Vergleichsanlage. Entscheidend für eine valide -Gegenüberstellung: Nachdem Schindlbeck die Module seines Nachbars gereinigt hatte, lieferten beide Anlagen identische Erträge. Die professionelle und regelmäßige Pflege der beiden PV-Anlagen schlägt demnach durchschnittlich mit etwa 0,23 Ct/m2 zu Buche. Hoch gerechnet entspricht das 1,61 E für eine Anlage mit 1 MW Leistung. Bei diesen Kosten lohnt sich der Aufwand, um Verunreinigungen – Industriestaub, land-wirt-schaft-liche Futtermittel und Feldarbeit, Tierkot, Pollenflug, Sahara-Staub und feuchtes Laub – zu entfernen.

Solarmodule sind über das Jahr hinweg solchen Verschmutzungsquellen ausgesetzt. Die Verunreinigungen legen sich auf die Module nieder und wirken sich so auf deren Leistungsfähigkeit aus. Bei Freiflächenanlagen beläuft sich die Ertragsminderung wie im Beispiel auf rd. 8 %. Solarmodule auf industriellen oder landwirtschaftlichen Dachflächen verlieren bei unsachgemäßer Reinigung sogar bis zu 30 % an Leistung.