Bürgerproteste gegen Photovoltaikanlage

Zusammen mit der Firma Solar Art will Erhard Renz, der bereits durch die größte PV-Aufdachanlage der Welt für Schlagzeilen gesorgt hat, an einer 460 Meter langen Wand Dünnschichtmodule mit insgesamt 125 kW Leistung installieren. 55 Besitzer von Grundstücken auf dem benachbarten neuen Wohngebiet befürchten nun eine Beeinträchtigung ihres Lebensumfeldes durch das Solarkraftwerk.

Neben der Reflexion von Schall, Licht und Hitze durch die Dünnschichtmodule sorgen sie sich um ihre Kinder, die an den Gestellen hochklettern und durch Drähte oder Stromschläge verletzt werden könnten. Da es sich um eine Gabionenwand handelt, können die Module nicht direkt an der Wand montiert, sondern nur daran angelehnt werden.

Außerdem kritisieren sie die nun geplante Bepflanzung des 14 m breiten Streifens zwischen der Lärmschutzwand und dem Wohngebiet. „Als wir die Grundstücke gekauft haben, waren dort großkronige Bäume und ein Spielweg angekündigt“, sagt Richard Schöcker, Sprecher der Bürgerinitiative Sonneneck und selbst Besitzer eines Grundstücks in unmittelbarer Nähe der Lärmschutzwand. „Jetzt sollen dort Hecken und Bäume gepflanzt werden, die zwielichtige Gestalten anlocken könnten.“ Die Bürgerinitiative kritisiert weiterhin, dass die städtische Baugesellschaft BGE zum Zeitpunkt des Verkaufs der Bauplätze - seit 2005 - nicht offen über das Projekt informiert habe. Dazu Renz: „Das konnte sie auch nicht. Bis heute ist auch noch nicht alles klar.“ So steht zum Beispiel noch nicht fest, ob die Anlage auf städtischem Gelände oder auf dem Grund des Landes Hessen oder des Kreises Bergstraße errichtet wird.

Solar Art versucht nun, mit Gutachten die Einwände zu entkräften. Ein erstes Schallgutachten bescheinigt der Anlage bereits Unbedenklichkeit. Bis zur nächsten Bauausschusssitzung am 27. Juni sollen weitere Gutachten, zum Beispiel zum Lärm und zur Statik, vorliegen. Das Projekt wäre die viertgrößte PV-Anlage an einer Lärmschutzwand weltweit, hat Erhard Renz geprüft. Damit will er auch ein Zeichen setzen. Die Bürger hingegen meinen, eine „Industrieanlage“ habe nichts in einem Wohngebiet zu suchen.