Mit Windstrom an die Börse

Dr. Ulrich Focken und Dr. Matthias Lange, die beiden Gründer und Geschäftsführer der Energy & Meteo Systems GmbH <br>
Foto: Torsten Thomas
Dr. Ulrich Focken und Dr. Matthias Lange, die beiden Gründer und Geschäftsführer der Energy & Meteo Systems GmbH
Foto: Torsten Thomas

Sobald der voraussichtliche Strompreis die Vergütung übersteigt, soll gehandelt werden. Die entsprechenden Tranchen werden dann nicht über das EEG auf die Endverbraucher umgelegt. »Zusammen mit weiteren Partnern starten wir mit etwa 2.000 MW. Mit dem Schritt sollen wettbewerbsfähige Alternativen zu Strom aus Kohle und Atomkraft entwickeln werden«, erläutert WPD-Pressesprecher Christian Schnibbe. »Es wird sicherlich nicht täglich gehandelt, aber die Windkurve passt optimal zur Verbrauchsstruktur. Nachts weht selten Wind. Angesichts der Degression muss sich die Branche Gedanken machen, wie sie Windstrom effizienter vermarktet. Hier kann der Gang an die Börse in Zukunft auch eine Alternative zum Abbau von Windenergieanlagen sein, deren Vergütung nach 20 Jahren ausläuft«, erklärt Schnibbe.

»Die EWE will eine Vorreiterrolle spielen und zeigen, dass sich Windstrom langfristig auch ohne EEG vermarkten lässt. Darum sind wir für weitere Partner offen«, erläutert Unternehmenssprecher Daniel Waschow die Motivation des Energieversorgers. Eine erfolgreiche Vermarktung hängt vor allem von Energy & Meteo Systems ab, die stundengenaue Prognosen über die zu erwartende Leistung aus Windenergie und dem voraussichtlichen Strompreis an der EEX liefern wollen. »Wir werden jeweils am Vortrag aus den verfügbaren Windenergieanlagen genau den Strom auf einer Plattform zur Verfügung stellen, der sich am Folgetag an der EEX vermarkten lässt. Die Windenergieanlagen dafür sind gut über Deutschland verteilt, so dass sich Fehlertoleranzen ausgleichen lassen«, erklärt Geschäftsführer Matthias Lange. Gemeinsam mit Ulrich Focken ist er seit 2004 mit Windvorhersagen auf dem Markt. Für die Handelsplattform wurde eine spezielle Software entwickelt. Sie soll den Transfer zwischen Windvorhersagen, prognostiziertem Strompreis und den Vergütungsklassen der einzelnen Windenergieanlagen leisten und so verlässliche Prognosen über den vermarktungsfähigen Windstrom aus dem Bestand liefern. »Vor der Berechnung muss klar sein, welche Vergütungsstufe die einzelnen Anlagen haben, ob sie verfügbar sind oder gerade gewartet werden. Hier gibt es noch einige Schwierigkeiten, die wir im virtuellen Handel abstellen wollen«, erläutert Lange.

Die Netzübertragungsgesellschaften sehen die Aktivitäten nicht gerne und haben Bedenken angemeldet. »Mit denen sind wir im Gespräch, um klare Regelungen zu schaffen. Unser System ist auf die Zukunft ausgerichtet. Windstrom soll eine normale Energiequelle mit allen Rechten und Pflichten werden Direktvermarktung wird sicherlich ein Thema bei der EEG-Novelle«, glaubt Lange.

Die vollständige Nachricht können Sie in der SW&W 7/2007 lesen.